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08.11.2012
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Minus 3,4 Prozent
Euro-Krise erreicht deutsche Exporteure

Waren auf den Weltmeeren: In den USA und China waren deutsche Produkte  auch im September gefragt, in der Euro-Zone brach der Absatz dagegen ein
DPA

Waren auf den Weltmeeren: In den USA und China waren deutsche Produkte auch im September gefragt, in der Euro-Zone brach der Absatz dagegen ein

Lange haben sich die deutschen Exporteure gegen die Auswirkungen der Euro-Krise gestemmt, doch nun zeigen auch ihre Bilanzen erste Risse. Der Umsatz der Außenhändler brach im September so stark ein wie seit dem Krisenjahr 2009 nicht mehr.

Berlin - Die Ausfuhren sanken im September im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,4 Prozent auf 91,7 Milliarden Euro, teilte das Statistische Bundesamt mit. "Das ist der erste Rückgang im Jahresvergleich seit Januar 2010 und zugleich der stärkste seit November 2009", erklärte ein Statistiker.

Grund dafür ist die Rezession in vielen Euro-Ländern. "Die europäische Schuldenkrise wirft ihre Schatten auf den deutschen Außenhandel", sagte der Präsident des Exportverbandes BGA, Anton Börner. "Die Einbrüche schmerzen, aber sie haben nicht das Niveau aus der Finanzkrise."

Die Exporte in die krisengeplagte Euro-Zone brachen um 9,1 Prozent ein, die in die EU-Länder um 7 Prozent. Dagegen wuchsen die Ausfuhren in Drittländer - zu denen beispielsweise die USA und große Schwellenländer wie China gehören - um 1,8 Prozent.

"Die Schuldenkrise ist in Deutschland angekommen", sagte DekaBank-Ökonom Andreas Scheuerle. Auch in den kommenden Monaten müssen sich die Unternehmen auf ein schwieriges Geschäft einstellen. So fielen beispielsweise die Auslandsaufträge der Industrie im September um 4,5 Prozent. Dabei ging die Nachfrage aus der Euro-Zone - wohin etwa 40 Prozent der Waren "made in Germany" gehen - mit 9,6 Prozent mehr als doppelt so stark zurück. "Das wird sich auch in den kommenden Monaten in schwächeren Exporten niederschlagen", befürchtet Analyst Christian Schulz von der Berenberg Bank.

Billionengrenze wird 2012 wohl ebenfalls druchbrochen

Das sieht der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) ähnlich. "Die Hoffnung ist aber, dass Europa die Talsohle erreicht hat", sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. "Bis sich das in den Exporten niederschlägt, dauert es aber noch ein bisschen." Auf der anderen Seite bauen sich neue Gefahren auf. "Ein Risiko sind die USA. Dort laufen die Geschäfte bislang sehr gut - vor allem wegen der sinkenden Arbeitslosigkeit und der sich stabilisierenden Häuserpreise", sagte Treier. "Sollte es aber zum Jahresbeginn zu automatischen Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen kommen, kann das die Wirtschaft belasten. Das nächste Jahr wird also zäh."

Verglichen mit dem Vormonat fielen die Ausfuhren um 2,5 Prozent. Einen größeren Rückgang hatte es zuletzt im Dezember 2011 gegeben. Ökonomen hatten lediglich mit einem Minus von 1,5 Prozent gerechnet. In den ersten neun Monaten erhöhten sich die Exporte um 4,1 Prozent auf 825,9 Milliarden Euro.

Der Außenhandelsverband BGA rechnet im Gesamtjahr mit einem Wachstum von etwa 4 Prozent. Damit würde die 2011 erstmals erreichte Billionengrenze beim Umsatz erneut übertroffen.

Die deutschen Importe fielen im September im Vergleich zum Vormonat um 1,6 Prozent. Ökonomen hatten lediglich ein Minus von 0,1 Prozent erwartet. Die Einfuhren summierten sich auf 74,9 Milliarden Euro, was einem Minus von 3,6 Prozent im Vergleich zum September 2011 entspricht. Die Handelsbilanz - die Differenz zwischen Exporten und Importen - wies einen saison- und kalenderbereinigten Überschuss von 17 Milliarden Euro aus.

mg/rtr

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