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24.10.2012
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Ifo-Index
Deutsche Wirtschaft spürt den Abschwung

Dunkle Wolken: Die Stimmung bei den deutschen Unternehmen verdüstert sich
DPA

Dunkle Wolken: Die Stimmung bei den deutschen Unternehmen verdüstert sich

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich weiter eingetrübt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel im Oktober den sechsten Monat in Folge - und deutlich stärker als erwartet.

München - Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft verschlechtert sich zusehends. Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer, der Ifo-Geschäftsklimaindex, fiel im Oktober den sechsten Monat in Folge. Die befragten Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Lage deutlich schlechter, und die Erwartungen blieben unverändert pessimistisch. Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn sagte am Mittwoch in München: "Die Wolken am deutschen Konjunkturhimmel verdunkeln sich."

Die Ankündigung der Europäischen Zentralbank (EZB), notfalls unbeschränkt Staatsanleihen von Krisenländern zu kaufen, habe zwar die Finanzmärkte beruhigt. "Aber die Probleme dieser Länder sind ja nicht verschwunden", sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Wohlrabe. An den harten Fakten der Wirtschaft habe sich nichts geändert: "Die Unsicherheit hält an."

In der Industrie hat sich die Geschäftslage im Oktober deutlich verschlechtert. Auftragseingang, Kapazitätsauslastung und Exporterwartungen gingen nach unten, sagte Wohlrabe. Die Eurozone stecke in der Rezession, die chinesische Wirtschaft wachse schwächer, die US-Wirtschaft nehme keine Fahrt auf, und in Deutschland legten die Unternehmen Investitionen auf Eis - trotz niedriger Zinsen und günstiger Kreditbedingungen. In der Chemie- und Metallindustrie sehe es nicht gut aus, die Lage in der Investitionsgüterindustrie sei jetzt unter dem langjährigen Durchschnitt. "Der Maschinenbau ist einer der wenigen Lichtblicke - aber der läuft immer ein bisschen nach."

Privater Konsum und Wohnungsbau stützen die Konjunktur

Stützen bleiben der private Konsum und der Wohnungsbau. Der Einzelhandel zeigte sich im Oktober zufriedener mit der Geschäftslage, allerdings weit pessimistischer für die nächsten sechs Monate. Aber das Niveau bleibe stabil, "der Konsum ist immer noch relativ robust", sagte der Ifo-Konjunkturforscher. Auch auf dem Bau sei das Geschäftsklima kühler geworden, sei aber weiter über dem langjährigen Durchschnitt. "Der Wohnungsbau funktioniert immer noch sehr gut", sagte Wohlrabe.

"Eine Rezession sehen wir nicht für Deutschland. Aber es wird ein härteres Winterhalbjahr", sagte er. Im letzten Quartal des Jahres erwarten die führenden Forschungsinstitute kein Wirtschaftswachstum mehr in der Bundesrepublik.

Der Ifo-Index sinkt angesichts der weltweit schwächeren Wirtschaftsaussichten und der ungelösten Euro-Schuldenkrise seit Mai jeden Monat. Banken-Volkswirte hatten für Oktober eigentlich eine leichte Verbesserung erwartet, weil sich die Lage an den Finanzmärkten stabilisiert hatte. Aber die Realwirtschaft zeige weiter "die Unsicherheit, wie es in der Eurozone weitergeht", sagte Wohlrabe. Für den Ifo-Geschäftsklimaindex befragen die Konjunkturforscher jeden Monat rund 7000 Unternehmen.

mihec/rtr/dpa-afx

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