Dienstag, 20. November 2018

Neue Perspektive Wirtschaftsforscher sehen Dauer-Aufschwung

Es geht aufwärts: "Verlassen das Krisental im schnellen Lauf"

Die Wirtschaftsforscher vom DIW und IW rechnen mit einem weiterhin robusten Wachstum der deutschen Wirtschaft. Das IW erhöht seine Prognose. Außerdem erwarten mehr als die Hälfte der Unternehmen in Deutschland  für 2011 sogar bessere Geschäfte als derzeit.

Berlin - Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) rechnet mit einem weiterhin robusten Konjunkturwachstum. Nach der Normalisierung der Wirtschaft im laufenden Jahr, stehe 2011 im "Zeichen der Normalität", sagte IW-Direktor Michael Hüther am Montag in Berlin. Die Ergebnisse der IW-Herbstbefragung signalisierten, dass der Aufschwung weiter an Stärke, vor allem aber an Tiefe gewinne. Dabei werde die Entwicklung weiter von allen Wirtschaftsbereichen getragen.

Angesichts der robusten Entwicklung seit Jahresbeginn erhöhte das Institut seine Wachstumsprognosen für dieses und das nächstes Jahr leicht. Nach einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 3,5 Prozent im laufenden, werde die Wirtschaftsleistung 2011 um 2,25 Prozent zulegen.

"Die deutsche Wirtschaft verlässt in schnellem Lauf das Krisental", sagte Hüther. Im kommenden Jahr werde sie "wieder die Höhen des letzten Konjunkturbooms erreichen". Darüber hinaus bestünden "gute Chancen" auf mittlere Sicht ein jährliches Wachstum von rund 2 Prozent zu erzielen. Dank der breiten Aufstellung könne die deutsche Wirtschaft derzeit auf den Weltmärkten Angebote machen, die nicht viele andere haben, sagte Hüther.

IW: 55 Prozent der Unternehmen erwarten 2011 bessere Geschäfte

Nach der Umfrage, an der nach IW-Angaben in den vergangenen Wochen gut 1800 Unternehmen aus West- und Ostdeutschland teilnahmen, erwarten 55 Prozent der Unternehmen in Deutschland für 2011 bessere Geschäfte als im laufenden Jahr, während nur 9 Prozent mit einem Rückgang rechnen. Besonders optimistisch äußerten sich dabei die Industrieunternehmen. Insgesamt falle die Zuversicht in den alten Bundesländern dabei etwas größer aus als im Osten. Mit Blick auf den Export haben die deutschen Unternehmen die Weltmarktkrise nahezu hinter sich gelassen.

Auch auf dem Arbeitsmarkt spiegle sich die Erholung wider. Nur noch rund jedes zehnte Unternehmen wolle 2011 Stellen streichen, jedes Dritte hingegen die Beschäftigung ausbauen.

DIW erwartet auch im Schlussquartal robustes Wachstum

Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) äußerte sich positiv zum weiteren Konjunkturverlauf und erwartet einen unverändert starken Anstieg der deutschen Wirtschaftsleistung bis Ende des Jahres. Das preis- und saisonbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde zwischen Oktober und Ende Dezember voraussichtlich um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zulegen, teilten die DIW-Volkswirte am Montag mit. Im dritten Quartal war die Wirtschaft ebenfalls um 0,7 Prozent gewachsen, im zweiten Quartal gar um 2,3 Prozent und damit so schnell wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr.

Begleitet werde die aktuelle Entwicklung von einer deutlichen Verbesserung zahlreicher Stimmungsindikatoren, hieß es weiter. Insbesondere in der gewerblichen Wirtschaft würden derzeit Rekordumfragewerte registriert, die inzwischen über dem Stand des zurückliegenden Aufschwungs lägen. Auch das Vertrauen der Konsumenten zeige einen anhaltenden Aufwärtstrend. "Bleibt die Tendenz bestehen, wird der private Verbrauch immer mehr zum Motor des Wirtschaftswachstums", sagte DIW-Konjunkturexperte Vladimir Kuzin.

Die gute Stimmung sei vor allem ein Ausdruck schon erreichter konjunktureller Erfolge, erklärte DIW-Ökonom Ferdinand Fichtner. Starke Zuwachsraten wie im ersten Halbjahr seien in den kommenden Monaten nicht mehr zu erwarten. Darauf wiesen auch die jüngst stagnierenden Auftragseingänge in der Industrie hin, sagte Fichter.

rei/dpa/apd

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