Sonntag, 23. Juli 2017

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Aufschwungphase bis 2012 OECD prophezeit Deutschland Dauerwachstum

Spürbare Belebung: Deutsche Wirtschaft hat eine Aufschwungphase erreicht

Die Bundesrepublik hat nach Meinung internationaler Experten eine Phase beachtlichen Wirtschaftswachstums erreicht. Nicht nur im laufenden und kommenden Jahr soll Deutschlands Wirtschaft unter Dampf stehen. Auch im Jahr 2012 werde die Bundesrepublik zu den Wachstumslokomitiven Europas zählen.

Hamburg - Die deutsche Wirtschaft steht nach Einschätzung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vor einem länger anhaltenden Aufschwung. Für 2012 werde mit einem Wachstum von 2,2 Prozent gerechnet, teilte die OECD am Donnerstag mit. Damit wächst die Wirtschaft wohl auch im Jahr drei nach der schärfsten Rezession seit Jahrzehnten für deutsche Verhältnisse stark.

2011 liegt der Zuwachs nach Vorhersage der Organisation bei 2,5 Prozent, 2010 bei 3,5 Prozent; der Indikator des manager magazin, wissenschaftlich begleitet von den Konjunkturexperten des Prognoesehauses Kiel Economics, signalisiert mittlerweile ein Wirtschaftsplus von 4 Prozent in diesem und knapp über 3 Prozent im kommenden Jahr.

"Bereits im Laufe des kommenden Jahres wird Deutschland damit den Vorkrisenstand der Wirtschaftsleistung wieder erreicht haben", hieß es jetzt auch bei der OECD. Zugute kommt der deutschen Wirtschaft der robuste Arbeitsmarkt, der Lohnwachstum und Verbrauchervertrauen stärke: Der private Konsum werde in den kommenden beiden Jahren jeweils um deutlich mehr als ein Prozent zulegen.

Die nach internationalen Standards berechnete Arbeitslosenquote sinke in diesem Zeitraum von derzeit 6,9 Prozent auf 6,2 Prozent. Die steigende Binnennachfrage dürfte zu einem ausgeglicheneren Wachstum beitragen, auch wenn die deutsche Wirtschaft weiterhin hohe Außenhandelsüberschüsse aufweisen werde.

USA auf deutlichem Erholungskurs

OECD-weit rechnet die Industriestaaten-Organisation mit einem Wachstum von 2,3 Prozent im kommenden Jahr und mit 2,8 Prozent für 2012. Dabei dürfte die Wirtschaftsleistung in den USA 2011 um 2,2 Prozent zulegen, 2012 sogar um 3,1 Prozent - alles andere also als ein Miniwachstum, wie internationale Experten bereits im Interview mit dem manager magazin herausstellten. Japan komme mit einem Wachstum von 1,7 Prozent 2011 und 1,3 Prozent 2012 nur langsam aus der Krise. "Die Schwellenländer werden deutlich schneller wachsen als die OECD-Länder und den Welthandel beflügeln", schrieben die Fachleute.

Die OECD rief die Regierungen auf, mit der Konsolidierung der Staatsfinanzen zu beginnen, um den Übergang zu einem selbsttragenden Aufschwung zu gewährleisten. Die Staaten müssten einen glaubhaften mittelfristigen Politikrahmen vorgeben, um das Vertrauen in die Erholung zu stärken, sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurria. "Verstärktes Vertrauen könnte zu einer noch schnelleren Erholung führen als derzeit prognostiziert."

kst/rtr

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