Montag, 19. November 2018

Konjunktur Auftragseinbruch in der Industrie

Deutlicher Rückgang: Die Auftragseingänge in der Industrie sind um 4 Prozent gesunken

Die deutsche Industrie hat im September eine kräftiges Minus bei den Auftragseingängen hinnehmen müssen. Eine Trendwende sehen Experten darin allerdings nicht, sondern lediglich eine technische Korrektur.

Berlin - Auf Monatssicht seien die Auftragseingänge preis- und saisonbereinigt um 4,0 Prozent zurückgegangen, teilte das Wirtschaftsministerium am Freitag mit. Analysten hatten hingegen mit einem leichten Anstieg um 0,3 Prozent gerechnet.

Der starke Anstieg im Vormonat wurde leicht um 0,1 Punkte auf 3,5 Prozent nach oben revidiert. Im Jahresvergleich ergibt sich für September ein bereinigtes Auftragsplus von 14,0 Prozent.

Der starke monatliche Auftragsrückgang ist laut Ministerium vor allem auf schwächere Großaufträge zurückzuführen, die im Vormonat das Ergebnis noch begünstigt hatten. Gleichwohl räumt das Ministerium ein, dass sich die Aufwärtsdynamik der Auftragseingänge nach dem Boom im ersten Halbjahr abgeschwächt habe. "In der Tendenz bleibt die Entwicklung - auch bereinigt um Großaufträge - aber weiter aufwärts gerichtet."

Besonders stark machten sich die geringeren Großaufträge bei den wichtigen Investitionsgütern bemerkbar, wo die Orders um 4,5 Prozent sanken. Aber auch die Hersteller von Vorleistungsgütern mussten ein Minus von 3,8 Prozent in Kauf nehmen. Die Bestellungen von Konsumgütern stiegen indes leicht um 0,3 Prozent. Die Aufträge aus der Eurozone sanken stark um 13,3 Prozent, während die inländischen Bestellungen nur leicht zurückgingen.

Im aussagekräftigeren Zweimonatsvergleich (August/September im Vergleich zu Juni/Juli) stiegen die Auftragseingänge 0,6 Prozent. Die Inlandsnachfrage sank in dieser Abgrenzung um 0,5 Prozent, während die Aufträge aus dem Ausland um 1,6 Prozent zulegten. Auf Jahressicht legten die Bestellungen im Zweimonatsvergleich insgesamt um 17,1 Prozent zu.

"Das ist eine technische Korrektur nach den Großaufträgen im August", beurteilt Andreas Rees von Unicredit die Zahlen. Die Korrektur sei allerdings größer ausgefallen als er erwartet hätte.

mg/dpa-afx

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