Sonntag, 4. Dezember 2016

Jahresausblick Fast 90 Prozent der Firmen planen Neueinstellungen

Infografiken: Tendenz zu befristeten Arbeitsverträgen
Fotos
DPA

Die Erholung des Arbeitsmarktes dürfte sich in den kommenden zwölf Monaten fortsetzen: 87 Prozent der Unternehmen wollen in dieser Zeit neue Mitarbeiter einstellen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Ifo-Instituts exklusiv für das manager magazin.

Hamburg/München - 87 Prozent der deutschen Unternehmen planen, in den kommenden 12 Monaten Personal neu einzustellen. Das geht aus einer Studie des Ifo-Instituts exklusiv für das manager magazin hervor.

Allerdings wird in dieser Zeit auch die Tendenz zunehmen, neuen Beschäftigten zunächst nur einen befristeten Arbeitsvertrag anzubieten. Rund ein Viertel der Firmen, die Neueinstellungen planen, geben an, dass bei den genannten Neueinstellungen Befristungen eine größere Rolle spielen werden als bisher.

Dagegen planen nur 4 Prozent, seltener auf Befristungen zurückzugreifen. 62,6 Prozent erwarten keine Änderung ihrer bisherigen Befristungsstrategie. Die Verhältnisse ähneln sich in praktisch allen Branchen (siehe Infografiken).

Die Experten des Ifo-Instituts erkundigten sich bei rund 1000 deutschen Personalchefs, ob und in welcher Weise sie in den kommenden 12 Monaten Neueinstellungen planen. Die Befragung war Teil des Randstad-Ifo-Flexindexes, den das Ifo vierteljährlich erhebt, um die Bedeutung verschiedener Flexibilisierungsmaßnahmen im Arbeiteinsatz deutscher Unternehmen zu erforschen. Dazu gehören unter anderem Überstunden, Arbeitszeitkonten oder Zeitarbeit.

Dieser Index ist in der Befragung zum dritten Quartal um 3,4 Prozentpunkte auf den Wert 7,4 angestiegen. Einzig im Verarbeitenden Gewerbe hat sich die Bedeutung von Flexibilisierungsinstrumenten verringert. Den Anstieg bei Handel und Dienstleistungen sehen die Ifo-Forscher im Zusammenhang mit der ohnehin optimistischen Stimmung in der deutschen Wirtschaft. Wenn die Auftragslage schnell zunimmt, sind die Unternehmen gezwungen, für mehr Personalkapazitäten zu sorgen, ohne so schnell neue Arbeitskräfte einstellen zu können. Dazu passt, dass als wichtigste Instrumente derzeit Arbeitszeitkonten und Überstunden genannt werden.

Der Rückgang im Verarbeitenden Gewerbe spiegelt die Erwartung vieler Unternehmen wider, dass der Produktionsanstieg sich im kommenden Halbjahr verlangsamen wird.

Nachrichtenticker

© manager magazin 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH