Montag, 17. Dezember 2018

Kapitalkontrollen aufgehoben Geldverkehr mit Zypern ist nach zwei Jahren wieder frei

Lange Fastenzeit: Vor zwei Jahren bildeten sich Schlangen vor den Bankfilialen, weil die Zyprer tagelang überhaupt kein Geld abheben konnten

Gut zwei Jahre nach Ausbruch der schwersten Finanzkrise in der Geschichte Zyperns sind alle Einschränkungen im Geldverkehr des Landes aufgehoben worden. Dies sagte der zuständige Mitarbeiter des Finanzministeriums in Nikosia, Andrea Charalambous, der Deutschen Presse-Agentur am Montag: "Ich kann es bestätigen. Alle Einschränkungen wurden heute aufgehoben."

Im Frühjahr 2013 waren auf Zypern strenge Kapitalkontrollen eingeführt worden. Während der ersten Monate durften Reisende höchstens tausend Euro pro Auslandsreise mit sich führen. Die Summe war stufenweise auf 6000 Euro in den letzten Monaten angehoben worden.

Der Verband der Arbeitgeber und Industrien (OEB) begrüßte die Entscheidung. "Es ist eine sehr gute Bewegung, die unser Banksystem normalisiert", sagte der Generaldirektor des Arbeitgeber- und Industrieverbandes, Michalis Pilikos, zyprischen Medien.

Das Euro-Land wurde im Frühjahr 2013 nur mit Hilfe internationaler Geldgeber vor der Pleite bewahrt. Anleger mussten mit einer Zwangsabgabe zur Rettung beitragen. Die Kunden des größten Geldinstituts, der von Ex-Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann als Verwaltungsratschef geführten Bank of Cyprus (BOC), wurden mit 47,5 Prozent ihrer Guthaben von mehr als 100.000 Euro zur Sanierung herangezogen.

Die zweitgrößte Bank des Landes, die Laiki Bank, wurde zerschlagen. Die Euro-Partner und der IWF greifen Zypern mit Finanzhilfen von insgesamt zehn Milliarden Euro unter die Arme. Die Zyprer selbst müssen 13 Milliarden Euro beisteuern.

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