Samstag, 1. Oktober 2016

Völkermord in Srebrenica Serbenführer Karadzic zu 40 Jahren Haft verurteilt

Radovan Karadzic: Unter seinem Oberbefehl stürmten serbische Truppen 1995 die UN-Schutzzone im bosnischen Srebrenica und ermordeten 8000 muslimische Jungen und Männer

Der ehemalige Serbenführer Radovan Karadzic ist für den Völkermord in Srebrenica schuldig gesprochen und insgesamt zu 40 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Dieses Urteil verkündeten die Richter des UN-Kriegsverbrechertribunals in Den Haag.

Der frühere bosnische Serbenführer Radovan Karadzic hat sich nach Auffassung des UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag bei der Belagerung Sarajewos der Kriegsverbrechen schuldig gemacht. Zudem habe er Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Teilen Bosniens begangen, urteilten die UN-Richter am Donnerstag.

Dem heute 70-Jährigen wurde die jahrelange Belagerung der bosnischen Hauptstadt Sarajewo und eine Kampagne zur Vertreibung bosnischer Muslime und Kroaten aus den Städten des Landes zur Last gelegt. Unter Karadzics Oberbefehl stürmten serbische Truppen 1995 zudem die UN-Schutzzone im bosnischen Srebrenica und ermordeten 8000 muslimische Jungen und Männer.

Das Massaker von Srebrenica gilt als schlimmstes Kriegsverbrechen in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Insgesamt wurden 100.000 Menschen im Bosnienkrieg von 1992 bis 1995 getötet. 2008 war Karadzic nach elf Jahren auf der Flucht festgenommen worden.

la/dpa

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