Samstag, 23. März 2019

Türkische Wirtschaft verliert an Schwung Schwächster Zuwachs seit dem Putsch-Versuch

Bip wächst im dritten Quartal nur noch um 1,6 Prozent
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Bip wächst im dritten Quartal nur noch um 1,6 Prozent

Das Wachstum der türkischen Wirtschaft ebbt inmitten der Krise der heimischen Währung deutlich ab. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Schwellenlandes legte im dritten Quartal nur noch um 1,6 Prozent zum Vorjahr zu, teilte das Statistikamt am Montag mit.

Dies ist der schwächste Zuwachs seit dem Putsch-Versuch gegen Präsident Recep Tayyip Erdogan im Sommer vor zwei Jahren. Nun spürt die Wirtschaft erneut Gegenwind: Im Frühjahr war noch ein BIP-Plus von 5,3 Prozent herausgesprungen. Vor allem der Bau wirkte im dritten Quartal als Bremsklotz. Der Sektor schrumpfte um 5,3 Prozent. Die Dienstleister wuchsen hingegen um 4,5 Prozent.


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Erdogans Finanzminister und Schwiegersohn Berat Albayrak räumte ein, dass die Binnennachfrage an Schwung verloren habe. Er erwartet für 2018 aber nach wie vor ein BIP-Wachstum von 3,8 Prozent. Zum Vergleich: 2017 hatte die Wirtschaft noch um 7,4 Prozent zugelegt.

Die Türkei kämpft mit einer hohen Inflation. Zwar sank die Teuerungsrate zuletzt leicht, allerdings liegt sie noch immer bei 21,6 Prozent. Im Oktober war sie zum ersten Mal seit 15 Jahren auf mehr als 25 Prozent geklettert. Die türkische Lira war im August stark abgestürzt, was die Inflation steigen ließ. Inzwischen hat sich die Landeswährung aber wieder leicht erholt.

dpa/rtr/akn

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