Donnerstag, 13. Dezember 2018

Fall Skripal Großbritannien weist 23 russische Diplomaten aus

Theresa May

Großbritannien weist 23 russische Diplomaten aus. Die Maßnahme ist demnach eine Reaktion auf den Fall Sergej Skripal. Das erklärte die britische Premierministerin Theresa May am Mittwoch im Parlament in London. Die Diplomaten haben eine Woche Zeit, um das Land zu verlassen. Es handle sich um die "größte Ausweisung seit mehr als 30 Jahren", sagte May. Sie fügte hinzu: "Der russische Staat ist des versuchten Mordes schuldig."

Außerdem stoppt Großbritannien bilaterale Kontakte "auf hoher Ebene" mit Russland. Aus diesem Grund wurde eine Einladung des russischen Außenministers Sergej Lawrow nach London zurückgezogen. Zudem würden weder britische Minister noch die königliche Familie die Fußball-WM im Sommer in Russland besuchen.

Der russische Ex-Spion war im südenglischen Salisbury zusammen mit seiner Tochter bewusstlos aufgefunden worden. Nach Überzeugung der britischen Regierung handelte es sich um einen Giftanschlag aus Russland. Beide Opfer schweben noch in Lebensgefahr.

Nach Angaben der britischen Regierung wurde ein Gift verwendet, das zu Sowjetzeiten entwickelt wurde. Premierministerin Theresa May hatte die russische Regierung ultimativ zur Aufklärung aufgefordert. Die Frist verstrich in der Nacht zu Mittwoch. Die Regierung in Moskau streitet jede Verwicklung in den Fall ab.

Noch am Mittwoch soll sich auch der Uno-Sicherheitsrat mit dem Nervengiftanschlag befassen. Dabei solle das Gremium über den Ermittlungsstand informiert werden, teilte das Außenministerium in London mit.

Tusk sagt Solidarität zu

EU-Ratspräsident Donald Tusk sagte Großbritannien in dem Fall volle Solidarität zu und prangerte Russland an. Die "brutale Attacke" sei "sehr wahrscheinlich von Moskau angeregt" gewesen, sagte Tusk. Er sei bereit, den Fall auf die Tagesordnung des EU-Gipfels kommende Woche zu setzen.

Tusk sagte noch nicht, welche möglichen Maßnahmen die EU gegen Russland ergreifen könnte. London solle einen Vorschlag machen, wie man gemeinsam reagieren könne. "Eines muss klar sein, unsere Solidarität und Einigkeit in diesem Zusammenhang ist unabdingbar", sagte Tusk.

SPIEGEL ONLINE

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