Sonntag, 24. Juli 2016

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SNB bezahlt für Lösung vom Euro Frankenschock beschert Schweiz 23 Milliarden Verlust

Franken und Euro: Zum Glück für die SNB nicht mehr gleich viel wert

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat im vergangenen Jahr wegen der Aufgabe des Euro-Mindestkurses einen Milliardenverlust verbucht. Nach vorläufigen Zahlen stand ein Minus von 23 Milliarden Franken (21 Milliarden Euro) zu Buche, wie die Notenbank am Freitag mitteilte.

Die Eigentümer der Zentralbank - wie der Schweizer Bund und die Kantone samt Kantonalbanken, aber auch mehr als 2000 Privataktionäre - sollen für das vergangene Jahr dennoch eine Ausschüttung von einer Milliarde Franken erhalten. Je Aktie gibt es eine Dividende von 15 Franken.

Die Ergebnisentwicklung der Notenbank hängt maßgeblich an ihrem milliardenschweren Fremdwährungsportfolio. Die Schweiz ist das Land mit den viertgrößten Devisenreserven der Welt, hinter China, Japan und Saudi-Arabien.

Als die SNB im Januar 2015 überraschend ihren Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken aufgab, gewann der Franken im Vergleich zu anderen Währungen sprunghaft an Wert. Das brachte der Notenbank massive Verluste auf ihre vor allem in Euro und Dollar gehaltenen Reserven ein. Im zweiten Halbjahr konnte die SNB diese Verluste teilweise wieder abbauen - weil der Wechselkurs des Franken zum Euro wieder nachgab.

Die Nationalbank bekennt sich dazu, "bei Bedarf am Devisenmarkt aktiv" zu sein. Sie stuft den Franken weiterhin als überbewertet ein. Schweizer Industrie und Handel im grenznahen Bereich klagen über Wettbewerbsnachteile. Das Land fuhr zuletzt allerdings hohe und wachsende Handelsüberschüsse ein. Die Wachstumsrate der Wirtschaft sank im Jahresverlauf 2015 jedoch gegen Null.

ak/reuters

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