Donnerstag, 14. Dezember 2017

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E-Auto-Vereinigung rät vom Kauf ab Warum Elektro-Autos in Oslo zum Problem werden

Andrang an Elektro-Ladesäulen in Oslo

In Norwegen ist jeder dritte verkaufte Neuwagen ein Elektrofahrzeug. Der große Erfolg der emissionsfreien Fahrzeuge wird in der Hauptstadt Oslo zum Problem.

In der norwegischen Hauptstadt Oslo gibt es inzwischen so viele Elektroautos, dass die Ladestationen knapp werden. Die Elektrowagenvereinigung rät Autofahrern jetzt sogar davon ab, sich ein strombetriebenes Fahrzeug anzuschaffen, sofern sie nicht die Möglichkeit haben, es zu Hause zu laden.

Der prozentuale Anteil der neu zugelassenen E- und Hybrid-Autos liege inzwischen bei 35 Prozent. "Also einer von drei verkauften Neuwagen in Norwegen ist elektrisch", sagt der Sprecher der Elbilforening, Petter Haugneland. In der Hauptstadt seien es sogar 40 Prozent. "Im Verhältnis zu der Zahl der verkauften Autos ist die Kommune mit dem Ausbau von Ladestationen nicht nachgekommen".

50.000 Elektroautos und 30.000 ladbare Hybrid-Fahrzeuge sind derzeit im Großraum Oslo registriert, sagt Sture Portvik von der Stadtverwaltung. Demgegenüber stünden 1300 kommunale Ladestationen. "Wir geben unser Bestes", sagt Portvik. "Jedes Jahr installieren wir 26 Prozent mehr Ladestationen, aber die Zahl der E-Autos ist mehr als 100 Prozent gestiegen. Die Kluft wird nur größer und größer."

E-Autos günstiger als herkömmliche Fahrzeuge

In Deutschland ist die Nachfrage nach E-Autos dagegen weiterhin gering. Grund für die Popularität der Elektroautos in Norwegen sind vor allem die finanziellen Vorteile, die der Staat den Autofahrern gewährt: Mehrwertsteuer, Importsteuer und Kfz-Steuer fallen weg. In der Anschaffung kann die E-Variante vieler Autos deshalb günstiger sein als die mit Verbrennungsmotor.

"In Norwegen bezahlt man für einen E-Golf rund 250.000 norwegische Kronen (27.000 Euro) und für einen Benzin-Golf rund 300.000 Kronen (32.000 Euro). Das ist also ein Unterschied", sagte Haugneland. Außerdem kann man in vielen Kommunen kostenlos parken und laden und zahlt keine Mautgebühren.

Diese Förderung kostet den Staat viel Geld. Dennoch hat das Parlament entschieden, dass sie zumindest bis 2020 beibehalten werden soll. Ein Grund dafür ist die ehrgeizige Verpflichtung, dass bis 2025 alle neu zugelassenen Autos in Norwegen Nullemissionsfahrzeuge sein sollen.

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