Donnerstag, 29. Juni 2017

Karrieresprung für Bundesbank-Präsidenten? Merkel und Schäuble wollen Weidmann als EZB-Chef durchdrücken

Jens Weidmann.

Noch nie seit Bestehen des Euro hat ein Deutscher als oberster Währungshüter gewirkt. Doch das soll sich nun ändern. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wollen bei der Nachfolge für den Italiener Mario Draghi als Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) deutsche Ansprüche geltend machen.

Beide haben lautSPIEGEL-Informationen vor, sich für Bundesbank-Präsident Jens Weidmann einzusetzen. Ihr Argument: Nach einem Niederländer, einem Franzosen und einem Italiener sei es an der Zeit, dass ein Deutscher an die Spitze der EZB rücke. Weidmann ist seinerseits bereit, den Posten zu übernehmen, sollte er ihm angetragen werden. Draghis Amtszeit endet 2019.

Schon einmal war ein Deutscher als EZB-Präsident im Gespräch: Axel Weber, Weidmanns Vorgänger als Bundesbank-Präsident. Kurz vor der Kandidatenkür sagte er aber ab und ging lieber als Verwaltungsratschef zur schweizerischen Großbank UBS. Seine Begründung damals: Als Deutscher könne er seinen Kurs im EZB-Rat gegen die Mehrheit der Vertreter aus dem Süden der Eurozone nicht durchsetzen. Die treten traditionell für eine eher lockere Geldpolitik ein. Diese Bedenken scheint Weidmann nicht zu hegen.

Spiegel Online

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