Donnerstag, 19. Juli 2018

IWF fordert Schuldenschnitt für Griechenland Memo an Merkel - Vergessen Sie Ihr Geld

Zeit für einen Haircut: IWF-Chefin Christine Lagarde blickt der Wahrheit ins Auge

3. Teil: Deutschland soll 15 Milliarden Euro abschreiben - und der IWF?

Gemeint ist die "Greek Loan Facility", die ursprünglich 80 Milliarden Euro betragen sollte und von der knapp 53 Milliarden Euro an Griechenland verliehen wurden. Der deutsche Anteil beträgt gut 15 Milliarden Euro.

Das Geld ist weg - eine späte, aber vielleicht unausweichliche Einsicht. IWF-Chefin Christine Lagarde hatte schon während der Verhandlungen angedeutet, dass sie einen Schuldenerlass für nötig halte - von Seiten der europäischen Staaten. Dass auch der IWF selbst auf eigenes Geld verzichtet, gehört nicht zum Kalkül.

Damit würde der Fonds zwar gegen das eherne Prinzip verstoßen, dass er Vorrang vor allen anderen Gläubigern genießen muss, um als Finanzfeuerwehr ernst genommen zu werden. Fondsveteran Ashoka Mody fordert das trotzdem. Der IWF habe ja ohnehin Glaubwürdigkeit eingebüßt, indem er sich überhaupt am Griechenland-Programm beteiligte - gegen die eigenen Prinzipien und auf Drängen der Europäer. Jetzt könnte er wenigstens Glaubwürdigkeit retten, indem er das ökonomische Urteil der eigenen Experten ernst nimmt.

Vielleicht fällt das nun leichter, da die Illusion zerbrochen ist, dass IWF-Schulden zumindest von Euro-Staaten immer pünktlich beglichen werden.


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