Donnerstag, 19. Juli 2018

Ausländische Direktinvestitionen EU-Kommission unterstützt USA im Handelsstreit mit China

Sitz der EU-Kommission in Brüssel: "Alles, was wir tun können, um uns vor unfairen Handelspraktiken zu schützen, sollten wir tun"
EU/Etienne Ansotte
Sitz der EU-Kommission in Brüssel: "Alles, was wir tun können, um uns vor unfairen Handelspraktiken zu schützen, sollten wir tun"

Der Vizepräsident der EU-Kommission Jyrki Katainen befürwortet im Handelsstreit eine Zusammenarbeit mit den USA und härtere Maßnahmen gegen China. "Wir müssen wachsamer sein, auch was die Konsequenzen ausländischer Direktinvestitionen betrifft. Deshalb erscheint die Kooperation mit den USA sinnvoll", sagte der für Wachstumsstrategie und Investitionen zuständige EU-Kommissar im Interview mit dem manager magazin (Erscheinungstermin: 20. April).

Die USA hätten tiefgehende Analysen dazu vorgelegt, wie US-Firmen geistiges Eigentum weiterreichen müssten; europäische Unternehmen hätten ähnliche Probleme mit dem Investitionsumfeld in China. "Die USA haben angedeutet, dass sie eine engere Kooperation anstreben, die dem Westen ökonomisch mehr Sicherheit bringt", sagte Katainen. "Alles, was wir tun können, um uns vor unfairen Handelspraktiken zu schützen, sollten wir tun." Allerdings poche die Kommission auf eine dauerhafte Ausnahme für die EU von höheren US-Zöllen auf Stahl und Aluminium.

Katainen zeigte sich optimistisch, dass der Vorschlag der Kommission für eine Prüfung ausländischer Direktinvestitionen bald von Mitgliedsstaaten und Parlament angenommen wird. "Ich bin da zuversichtlich, denn wir müssen handeln: Wenn ein Land Firmen zwingt, Technologie zu transferieren, ohne dass die anderen dies auch tun können, ist das kein faires Spiel", sagte der Finne. Eines der Hauptziele sei es, Transparenz über die Beteiligung staatlicher Akteure bei Firmenübernahmen in Europa zu erreichen. "Wir akzeptieren keine illegalen Beihilfen und Staatseingriffe im Binnenmarkt", warnte Katainen.

Die Bundesregierung in Berlin prüft ebenfalls, wie sie Übernahmen deutscher Firmen durch chinesische Unternehmen stärker regulieren kann. Das Bundeswirtschaftsministerium erwägt, die Außenwirtschaftsverordnung zu verschärfen, damit Berlin schon ab Anteilskäufen von 10 Prozent eingreifen kann, statt wie aktuell ab 25 Prozent. Der Hintergrund ist, dass der chinesische Automobilhersteller Geely im Februar 9,7 Prozent an Daimler erworben hat.

Mehr Wirtschaft aus erster Hand? Der obige Text ist nur ein minimaler Ausschnitt aus der Mai-Ausgabe des manager magazins. Das neue Heft (und die nächste Ausgabe) können Sie hier im Vorteilsangebot bestellen.
Oder stöbern Sie hier in der digitalen Ausgabe des manager magazins.

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH