Mittwoch, 19. September 2018

Griechenland-Hilfsprogramm endet ESM-Chef Regling mahnt Hellas zur Vertragstreue

ESM-Chef Regling: "Es gibt sicher mehr Vertrauen als noch vor ein paar Jahren"

Zum Ende der Griechenland-Programme fordert der Euro-Rettungsschirm ESM von der Regierung in Athen die strikte Einhaltung aller Vereinbarungen mit den Kreditgebern. "Wir sind ein sehr geduldiger Gläubiger, aber wir wollen schon unser Geld zurück haben", sagte ESM-Chef Klaus Regling in einem Interview vom Sonntag. "Deshalb werden wir die Entwicklung in Griechenland sehr genau verfolgen."

Am Montag endet das vorerst letzte Hilfsprogramm für Athen. Seit 2010 hatten die EU-Partner und der Internationale Währungsfonds das überschuldete Euro-Land mit insgesamt 289 Milliarden Euro an vergünstigten Krediten vor der Staatspleite bewahrt. Im Gegenzug musste Athen harte Reformen, Sozialkürzungen sowie Steuererhöhungen durchsetzen und sich verpflichten, daran festzuhalten.

Nach 8 Jahren Krise: Warum Hellas noch einmal 15 Milliarden Euro bekommt

"Die ESM-Mitgliedstaaten und der ESM als Institution nehmen die Einhaltung von Zusagen sehr ernst", sagte Regling in dem am Sonntag veröffentlichten Interview der Zeitung "Ethnos" und des Portals News 24/7 in Griechenland. Er verwies auf vereinbarte engmaschige Kontrollen und Besuche von Experten der Gläubiger alle drei Monate. "Es gibt sicher mehr Vertrauen als noch vor ein paar Jahren", sagte Regling. "Aber in einigen unserer Mitgliedsstaaten ist das Vertrauen womöglich noch nicht wieder voll hergestellt."

Regling gab Griechenland gute Chancen, nach den acht schweren Krisenjahren jetzt zur Erfolgsgeschichte zu werden - "vorausgesetzt, dass Griechenland auf dem vereinbarten Reformpfad bleibt".

la/dpa

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH