Freitag, 2. Dezember 2016

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Europa vor schwierigen Verhandlungen Was die Türkei will, was die EU bietet

Vorwärts kommen wollen sie bei den Verhandlungen heute in Brüssel: der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu und Kanzlerin Angela Merkel

Die Türkei und die EU feilschen ab Freitag in Brüssel darüber, wie sie der Flüchtlingskrise Herr werden können. Die Türkei ist zu einem Entgegenkommen bereit - stellt aber auch viele Forderungen. Was will die Türkei, was bietet EU? Lesen Sie die wichtigsten Antworten.

Das wichtigste politische Ziel der Regierung in Ankara ist, dass Türken ab Ende Juni ohne Visa in den Schengen-Raum reisen dürfen. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte kürzlich im Parlament: "Das ist ein 50, 60 Jahre alter Traum für unsere Bürger."

Mit der Visafreiheit würde die islamisch-konservative Regierung bei den Wählern am stärksten punkten. Viele Türken empfinden die aktuelle Praxis als demütigend. Derzeit dürfen die meisten EU-Bürger visafrei in die Türkei einreisen. Türken müssen dagegen einen aufwendigen Prozess durchlaufen, um ein Schengen-Visum zu bekommen.

Im Entwurf der Gipfelerklärung ist das Aufheben der Visumspflicht als Ziel bis Ende Juni festgehalten. Die Türkei muss allerdings 72 Bedingungen dafür erfüllen. Unter anderem muss die Türkei ihre Datenschutzsysteme und Passvorschriften an EU-Standards angleichen. Innerhalb der EU ist die Visafreiheit für Türken umstritten.

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