Mittwoch, 14. November 2018

EZB gewährt griechischen Banken weiter Nothilfe Draghi lässt den Geldhahn für Hellas offen

EZB-Chef Draghi: Er hält Griechenlands Banken vorerst am Leben - und verhindert damit Chaos in Europa

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält die Notkredite für griechische Banken auf dem aktuellen Stand von rund 90 Milliarden Euro. Das teilte die Notenbank nach Beratungen des EZB-Rates am Sonntag in Frankfurt mit.

Die griechischen Banken sind von Nothilfen der Zentralbank in Athen stark abhängig. Die EZB muss diese Hilfen genehmigen. Zuletzt hatte sie den Rahmen dafür immer weiter ausgedehnt - bis auf die genannten knapp 90 Milliarden Euro. Ohne die ständig frischen Kredite wären die griechischen Finanzinstitute längst zahlungsunfähig.

Grund für die missliche Lage der Banken sind vor allem die gewaltigen Geldabflüsse aus Griechenland, die bereits im vergangenen Dezember begonnen haben und sich zuletzt dramatisch beschleunigten. Nachdem der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras am späten Freitagabend ein Referendum für den 5. Juli über ein von den internationalen Gläubigern gefordertes Sparpaket angekündigt hatte, waren am Samstag viele Menschen an die Geldautomaten geströmt, um ihre Ersparnisse zu sichern.

Auch politisch hatte sich die Lage am Samstag dramatisch zugespitzt. Nach der Ankündigung des Referendums hatten die Euro-Finanzminister bei ihrem Treffen in Brüssel die Verlängerung des am 30. Juni auslaufenden Hilfsprogramms für Griechenland abgelehnt. Damit verfallen 15,5 Milliarden Euro, die bei einer Verlängerung noch aus dem Hilfsprogramm hätten ausgezahlt werden können.

Eine griechische Staatspleite wird damit immer wahrscheinlicher. Am Dienstag muss das Land eine Schuldenrate von 1,55 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds zurückzahlen. Doch die Kassen in Athen sind dem Vernehmen nach leer. Kann Griechenland nicht pünktlich zahlen, wäre das Land zwar noch nicht offiziell bankrott. Faktisch wäre dies aber die Pleite.

Börsianer rechnen daher mit einem Beben an Europas Finanzmärkten am Montag. Mehr dazu auch im Griechenland-Ticker von manager-magazin.de.

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ts/stk/cvo

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