Samstag, 16. Dezember 2017

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EU-Visionär will den Euro für alle EU-Staaten Der Juncker-Check - sind diese Länder reif für den Euro?

8. Teil: Kroatien wartet ab

Feier zum EU-Beitritt Kroatiens in Zagreb 2013

Kroatien ist das jüngste EU-Mitglied, erst 2013 dazugekommen. Die Euphorie im Land kühlte jedoch schon vor dem Beitritt merklich ab. Eigene Korruptions- und Bankenkrisen verhagelten Stimmung und wirtschaftliche Lage. Nachbarstaaten wie Bosnien zeigen, dass man den Euro auch einseitig einführen kann, ohne sich komplizierten EU-Regularien zu unterwerfen. Auch die kroatische Kuna ist längst eng an den Euro gebunden.

Beitrittskriterien: Gegen Kroatien läuft noch ein Verfahren der EU-Kommission wegen übermäßigen Defizits, auch wenn das 2016 bereits auf 0,8 Prozent gesenkt werden konnte. Die Staatsverschuldung ist jedoch mit 84,2 Prozent zu hoch, und die Wirtschaftskraft fehlt, um schnell den Kurs zu ändern.

Euro-Stimmung: Die vorherrschende Linie von Regierung und Zentralbank heißt abzuwarten, bis Kroatien reif sei - und das nicht nur eng an den Maastricht-Kriterien auszulegen. Laut Eurobarometer wollen 52 Prozent der Kroaten den Euro, 43 Prozent eher nicht.

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