Montag, 11. Dezember 2017

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EU-Visionär will den Euro für alle EU-Staaten Der Juncker-Check - sind diese Länder reif für den Euro?

5. Teil: Tschechien, die Hochburg der Euroskeptiker

Tschechischer Finanzminister Andrej Babis

Unter den osteuropäischen Nicht-Euro-Staaten ist Tschechien wirtschaftlich am höchsten entwickelt, mit 88 Prozent des in der EU durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommens fast so reich wie Italien oder Spanien und deutlich über Griechenland, Portugal oder den in den Krisenjahren zum Euro gestoßenen baltischen Staaten. Die flexible tschechische Krone half dem Land jedoch, zum wichtigsten Zulieferer der deutschen Industrie zu werden - auch wenn die benachbarte und früher verbundene Slowakei mit Euro sich sogar noch besser entwickelt hat.

Beitrittskriterien: Die Inflation ist mit 2,4 Prozent leicht an der Grenze, die Zinsen aber auf westeuropäischem Niveau und die Staatsschulden deutlich darunter. Im vergangenen Jahr verbuchte die Prager Regierung sogar ein Haushaltsplus von 0,6 Prozent. Nur die Wechselkurse müssten angeglichen werden, bevor die Tschechen den Euro übernehmen dürften.

Euro-Stimmung: Doch sie wollen nicht. Mit 70 zu 29 Prozent fand Eurobarometer die größte Anti-Euro-Mehrheit in der Tschechischen Republik. Die pro-europäischen Sozialdemokraten stehen vor der Abwahl im Oktober. Finanzminister Andrej Babis, der Milliardär und voraussichtliche Wahlsieger, will den Beitrittsantrag auf unbestimmte Zeit vertagen.

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