Samstag, 16. Dezember 2017

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EU-Visionär will den Euro für alle EU-Staaten Der Juncker-Check - sind diese Länder reif für den Euro?

3. Teil: Polen setzt auf Dumping

Polnischer Zloty-Schein

Polen war beim EU-Beitritt 2004 hoffnungsvoller Euro-Anwärter. In der Finanz- und Euro-Krise ist jedoch das nationale Selbstbewusstsein gewachsen - bis hin zur Konfrontation um demokratische Grundsätze. Auch dank des weichen Zloty konnte Polen eine starke Wirtschaft entwickeln, die preislich wettbewerbsfähig ist und die Krisen des übrigen Kontinents umging. Probleme hatten die Polen deswegen jedoch, weil Fremdwährungskredite massenhaft Bürger und Unternehmen in die Überschuldung brachten.

Beitrittskriterien: Fast überall grünes Licht. Das Defizit liegt inzwischen unter der 3-Prozent-Grenze, sogar mit einem Zinsniveau über 3 Prozent bewegt sich Polen noch im Maastricht-Rahmen und die Inflation ist auch unter Kontrolle. Nur der Zloty schwankt zu stark zum Euro - aber das ist gewollt.

Euro-Stimmung: Laut Eurobarometer sind die Polen in der Euro-Frage gespalten, mit einer Mehrheit von 55 zu 43 Prozent gegen die Aufgabe der nationalen Währung. Dazu zählt auch das regierende nationalkonservative Lager der PiS-Partei. Deren Parteichef Jaroslaw Kaczinsky sieht "keinen Moment voraus, an dem die Übernahme des Euro für uns vorteilhaft wäre".

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