Sonntag, 4. Dezember 2016

Subventionen für Plug-in-Hybride Warum Holland grün angemalten Spritschluckern 7000 Euro schenkt

Mitsubishi Outlander PHEV (hier in Japan, mit Londons Bürgermeister am Steuer): Das Lieblings-Ökoauto der Niederländer ist gar nicht so grün

Wenn Sigmar Gabriel nach einem Erfolgsbeispiel für die geplante Subvention von Elektroautos sucht, reicht ein Blick ins Nachbarland. Das Beispiel der Niederlande dürfte ihm allerdings auch vermitteln, wie einen der eigene Erfolg überrollen kann.

Wie die deutsche, hat auch die niederländische Regierung sich ein ambitioniertes Ziel für den Markterfolg strombetriebener Vehikel gesetzt - mit zwei wesentlichen Unterschieden.

Erstens ist Den Haag deutlich ambitionierter als Berlin. Eine Million Elektroautos wollen beide auf ihren Straßen sehen, die Deutschen bis 2020, die Niederländer bis 2025. Die Zahl sollte man allerdings ins Verhältnis zur Größe der Länder setzen: Der deutsche Automarkt übertrifft den niederländischen um den Faktor fünf.

Last-Minute-Boom vor dem neuen Steuerrecht

Zweitens hinken die Deutschen ihrem Ziel hoffnungslos hinterher, während die Niederländer ihrem weit voraus sind. Laut Plan sollten bis 2015 gut 15.000 Elektroautos auf den Poldern unterwegs sein. Diese Zahl wurde im Dezember erreicht - allerdings an Neuzulassungen allein in diesem Monat. Der Marktanteil betrug 23 Prozent. Verhältnisse wie in Norwegen, wo der Staat die Käufer der Fahrzeuge heftig bezuschusst.

Bezogen auf das Gesamtjahr sind die gut 43.000 verkauften Elektroautos und Plug-in-Hybride immer noch stolze 9,6 Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland waren es gut halb so viele, Marktanteil 0,7 Prozent.

Ein wesentlicher Grund liegt in den auch zwischen Maastricht und Wattenmeer üppigen Subventionen. Einen Teil davon hat der Staat zum Jahreswechsel gerade zurückgenommen, nicht nur wegen der aufgelaufenen Kosten. Deshalb gab es auch den Last-Minute-Boom bei den Bestellungen (ähnlich wie in Dänemark), kurz bevor die neuen Regeln in diesem Jahr in Kraft traten.

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