Donnerstag, 16. August 2018

Datenschutz - der D-Day ist da Drei Gründe, warum wir die DSGVO lieben sollten

Körperscanner: Die Verbraucher können zukünftig sagen, was mit ihren Daten passieren soll

Ich weiß nicht, was Sie in dieser Woche getan haben. Alle, die ich auf das Thema DSGVO anspreche, sind entweder zu Tode genervt oder kurz davor, in Panik zu verfallen. Denn jetzt ist es soweit: Die europäische Datenschutzgrundverordnung wird wirksam. Gut, sie gilt eigentlich schon seit zwei Jahren, aber so richtig bemerkt hat das niemand. Ab heute kann es richtig Geld kosten, wenn man sie nicht einhält.

Jens-Uwe Meyer
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    Dr. Jens-Uwe Meyer ist Geschäftsführer der Innolytics GmbH. Mit neun Büchern (u.a. "Radikale Innovation", "Digitale Disruption") und mehr als 100 Fachartikeln ist er einer der engagiertesten Innovationsvordenker im deutschsprachigen Raum. Er berät mittelständische Unternehmen und Konzerne.
    www.jens-uwe-meyer.de

Für die meisten Unternehmen und Manager ist die DSGVO einfach nur ein Ärgernis, das es zu bewältigen gilt. Viele Digitalisierungsexperten betrachten die Vorschrift als Wachstumshindernis, manche befürchten gar eine "Datenflucht" deutscher Unternehmen . Ich sehe das anders. Wenn man sich länger mit diesem Thema auseinandersetzt (und ich habe in dieser Woche ungefähr 20 Stunden mit dem Schreiben von Datenschutzerklärungen und rechtskonformen Einwilligungserklärungen verbracht), muss man trotz aller bürokratischen Anforderungen und Ärgernisse feststellen: Die DSGVO wird den digitalen Wandel voranbringen wie kaum eine andere Vorschrift.

Hier sind drei Gründe, das vermeintliche Bürokratiemonster zu lieben:

Liebesgrund Nr. 1: Was intim ist bleibt künftig intim

Wir werden in Zukunft immer komplexere Anwendungen und Geschäftsmodelle im Bereich der Digitalisierung sehen. Sie werden wie selbstverständlich Sensoren an ihrem Körper tragen, die ihre aktuellen Gesundheitsmesswerte in die Cloud übertragen. Algorithmen werden den psychischen Zustand von Patienten überwachen und automatisierte Empfehlungen geben. Und wenn Sie älter werden, werden Sie Bewegungssensoren und Kameras bei sich zu Hause installieren, damit Sie rund um die Uhr digital überwacht sind.

Die Daten, die Sie künftig von sich preisgeben werden, haben eine ganz andere Qualität als das, was Sie aktuell bei Facebook tun. Sie liken das Katzenfoto einer Freundin oder posten ein Bild von sich am Strand von Mallorca. So what? "Ich sehe, Du magst Katzen" - mit dieser Einstufung kann ich leben. Künftig werden Sie Ihre intimsten Gesundheitsdaten der Cloud anvertrauen. Ohne das Vertrauen darauf, dass diese Daten nicht weitergegeben werden, würden Sie sich niemals innovativen Diensten aus dem Bereich E-Health anvertrauen. Die DSGVO ist ein Innovationstreiber, kein Innovationsverhinderer.

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