Samstag, 20. Oktober 2018

Datenschutz - der D-Day ist da Drei Gründe, warum wir die DSGVO lieben sollten

Körperscanner: Die Verbraucher können zukünftig sagen, was mit ihren Daten passieren soll

4. Teil: Fazit: Die DSGVO wird die digitale Revolution fördern

Im April war ich mit deutschen Versicherungsvorständen eine Woche im Silicon Valley unterwegs. Im Kern wird die gesamte Start-up- und Technologieszene dort von nur einer einzigen Frage beherrscht: "Wie komme ich an Kapital?" Um das zu bekommen, müssen möglichst nutzerfreundliche Anwendungen gebaut werden.

Datenschutz? Wozu eigentlich? Das europäische Verständnis von Datenschutz wird von den Akteuren des Silicon Valley vielfach als eine merkwürdige Eigenart angesehen, so ähnlich wie es früher in den Asterix-Comics hieß: "Die spinnen die Römer." So wie wir nicht verstehen, dass jemand keine Krankenversicherung haben möchte, verstehen die Amerikaner nicht, warum uns dieser Datenschutz so wichtig ist.

Ich weiß nicht, ob die Verfasser der DSGVO wirklich die Förderung von Innovation im Sinn hatten. Dennoch werden sie mit der Verordnung einen Innovationsschub auslösen:

  • Verbraucher werden sensible Daten nur dann in die Cloud geben, wenn sie sie einfach wieder löschen können. Weg damit. Danke, DSGVO!
  • Junge Start-ups, die bislang daran scheiterten, dass ihre Kunden in bestehenden digitalen Ökosystemen gefangen waren, können ihre Kundendaten einfacher transferieren. Danke, DSGVO!
  • Kunden werden künftig neue Erwartungen haben. "Was?? Die sagen mir nicht, was mit meinen Daten geschieht? Das ist komisch." Vertrauen wird ein echter Wettbewerbsvorteil. Danke, DSGVO!

Wenn Sie also hoffentlich bald mit dem ganzen bürokratischen Kleinkram durch sind, sollten Sie auf die DSGVO anstoßen. Auf eine Verordnung, die Europa stolz machen sollte. Und auf die vielen Chancen, die sich daraus für Ihr Unternehmen ergeben.

Jens-Uwe Meyer ist Mitglied der MeinungsMacher von manager-magazin.de. Trotzdem gibt diese Kolumne nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion des manager magazins wieder.

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