Dienstag, 18. Dezember 2018

Datenschutz - der D-Day ist da Drei Gründe, warum wir die DSGVO lieben sollten

Körperscanner: Die Verbraucher können zukünftig sagen, was mit ihren Daten passieren soll

2. Teil: Liebesgrund Nr. 2: Schluss mit lustig, Mark

Gab es jemals einen Facebook-Skandal? Wer die Körpersprache des Facebook-Chefs Mark Zuckerberg im europäischen Parlament beobachtet hat, kann daraus nur eines schließen: So richtig verstanden hat Mark die ganze Aufregung nicht. Das bisschen Datendingsda. Mein Gott, man kann doch mal einen Fehler machen, oder? Mark hat offenbar mächtig Druck von seinen Investoren bekommen und beugt sich diesen merkwürdig vielsprachigen Menschen namens Europäern. Doch den Sinn von Datenschutz hat Zuckerberg nicht wirklich verinnerlicht. "Es sind meine Daten und ihr Bürokraten steht dem im Weg." Falsch: Es sind die Daten der Nutzer und die EU musste erst zur dicken Keule greifen, um das zu erklären.

Genau dieses Unverständnis von Datenschutz macht die bisherigen Geschäftsmodelle angreifbar. Consumer Profiling war immer etwas Geheimnisvolles, etwas worüber man nicht redete. Wie ein Schlachthof, wo auf der einen Seite lebendige Schweine hineinlaufen und auf der anderen Seite Fleischstücke herauskommen. Was da drin genau geschieht, darüber spricht man nicht. So lange, bis es einen Skandal gibt. Der eigentliche Facebook-Skandal ist, dass es ihn überhaupt gegeben hat. Der Großteil der Betroffenen hat erst jetzt überhaupt realisiert, dass mit den eigenen Daten etwas geschieht. Vorher bekamen Hundebesitzer doch einfach nur Tierfutterwerbung angezeigt. Was ist schon dabei?

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Die Social-Media-Geschäftsmodelle der ersten Generation sind Auslaufmodelle. Sie leben von der Intransparenz. Es war so, als ob Sie einem Fleischliebhaber sagen, das Schwein sei lächelnd zu Tode gestreichelt worden. In Wahrheit habe es sich gefreut, endlich in der Pfanne seine Bestimmung gefunden zu haben.

Doch wie in der Lebensmittelindustrie legen Verbraucher auch bei der Nutzung des Internets mehr und mehr Wert darauf, wie mündige Menschen behandelt zu werden. Und dazu passt nicht mehr, dass Daten irgendwo in einem Big-Data-Analyse-Tool verschwinden und durch geheime Algorithmen ausgewertet werden.

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