Montag, 23. Oktober 2017

Luxus-Milliardär Der reichste Franzose wirbt persönlich für Macron

Bernard Arnault

Dass Bernard Arnault "ohne zu zögern Emmanuel Macron wählt", wird kaum jemanden überraschen. Dass er dies öffentlich mitteilt, vielleicht schon eher.

An diesem Freitag hat der Eigner und Chef des Luxuskonzerns LVMH Börsen-Chart zeigen in dessen Wirtschaftsmagazin "Les Echos" einen persönlichen Wahlaufruf geschrieben.

In der Stichwahl ums das Präsidentenamt in Frankreich am Sonntag geht es um viel: Der liberale Ex-Bankier Macron, der den Staat verschlanken will und bereits im ersten Wahlgang vor zwei Wochen vorn lag, muss nun noch die Nationalistin Marine Le Pen überwinden, die EU und Euro ablehnt und den Franzosen soziale Wohltaten innerhalb gesicherter nationaler Grenzen verspricht.

Da sind die Sympathien klar verteilt. Arnault hat etwas zu verlieren, das "Forbes"-Magazin schätzt sein Vermögen aktuell auf 52,5 Milliarden Dollar (48 Milliarden Euro). Damit steht der Mann, der sich eine Aufräumaktion für klarere Verhältnisse in seinen Besitzungen derzeit 12 Milliarden Euro kosten lässt, auf Platz 8 im Welt-Reichsten-Ranking - als reichster Franzose, in Europa nur übertroffen vom spanischen Modezar Amancio Ortega.

Le Pens Programm würde die Unternehmen des Landes "mit Blei besohlen", warnt der 68-Jährige, der seinen Weltkonzern aus dem mittelständischen Bauunternehmen seines Vaters an der belgischen Grenze schuf. "Alles in ihrem Programm verströmt Furcht und Schwäche", ätzt Arnault.

Von "Quarantäne" und "Ruin" schimpft er über die Anti-Euro-Visionen, von "Protektionismus, der vor nichts schützt". Der Front National wolle die Wirtschaft "nach unten einebnen", das Ergebnis werde eine Steigerung der ohnehin schon hohen Arbeitslosigkeit und ein Verlust an Kaufkraft sein.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH