Montag, 25. September 2017

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Terroranschlag in Barcelona 13 Deutsche verletzt, vierter Verdächtiger festgenommen

Trauer in Barcelona mit Blumen- und Postkartenniederlegungen: Bei dem Terroranschlag wurden auch 13 Deutsche teils lebensgefährlich verletzt

Bei dem islamistischen Anschlag in Barcelona sind nach Angaben des Auswärtigen Amts 13 Deutsche teils lebensgefährlich verletzt worden. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass auch unter den 13 Todesopfern deutsche Staatsangehörige seien, sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer, am Freitag in Berlin.

Der Anschlag von Barcelona hat spanischen Sicherheitskreisen zufolge nur einer von mehreren Anschlägen einer achtköpfigen Terrorzelle sein sollen. Die Verdächtigen hätten zudem Angriffe mit Gasflaschen geplant, hieß es in Justizkreisen.

Die Polizei fahndete weiter mit Hochdruck nach dem Täter, der am Donnerstag mit einem Kleintransporter viele Menschen auf der auch bei Touristen beliebten Allee Las Ramblas in Barcelona überfahren hatte. Dabei wurden mehr als 100 Menschen verletzt. Nach Angaben der Behörden kann die Zahl der Toten noch steigen.

Die Polizei hat im Lauf des Freitags einen vierten Verdächtigen festgenommen. Der Zugriff sei in der katalanischen Kleinstadt Ripoll etwa 100 Kilometer nördlich von Barcelona erfolgt, teilte die katalanische Polizei über Twitter mit. Weitere Angaben zur festgenommenen Person gab sie nicht.

In Ripoll habe der Hauptverdächtige Moussa Oukabir bis zuletzt mit seinen Eltern gewohnt, schrieb die spanische Zeitung "El Mundo". Oukabir wird verdächtigt, am Donnerstag den Lieferwagen auf der Flaniermeile Las Ramblas mit hoher Geschwindigkeit auf Passanten gesteuert zu haben. Sein älterer Bruder Driss gehört zu den bisher Festgenommenen, auch er wurde in Ripoll gefasst. Moussa Oukabir ist weiter flüchtig.

In der Kleinstadt Cambrils, rund 100 Kilometer südlich der Metropole, töteten Einsatzkräfte in der Nacht fünf Personen. Dadurch sei ein weiterer Terrorangriff verhindert worden, erklärten die Behörden. Die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Tat für sich.

ZDF berichtet von drei deutschen Opfern

Das ZDF berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, drei Deutsche seien ums Leben gekommen. Offiziell wurde bestätigt, dass 13 Deutsche bei dem Anschlag verletzt wurden - dass darunter auch Todesopfer seien, wollten die Behörden nicht ausschließen.

Nach dem tödlichen islamistischen Anschlag von Barcelona wollen die Parteien in Deutschland ihren Wahlkampf fortsetzen, aber zunächst leicht einschränken. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte am Rande einer Wahlkampfveranstaltung in Berlin, sie habe sich in Telefonaten mit den anderen Parteien darauf geeinigt, etwa auf laute Musik zu verzichten. Zudem werde es Gedenkminuten geben. Für diesen Vorschlag habe sie Unterstützung aller anderen Parteien erhalten. Ob auch deutsche Opfer unter den Toten und Verletzten von Barcelona seien, könne derzeit noch nicht mit Gewissheit gesagt werden.

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Bild: REUTERS

Augenzeugen zufolge war ein weißer Transporter mit hoher Geschwindigkeit in einem Zick-Zack-Kurs durch die Menge auf dem Prachtboulevard gefahren.

In Cambrils wurden sechs Menschen und ein Polizist durch ein Auto angefahren, bevor die Polizei dessen Insassen erschoss und später kontrollierte Sprengungen an dem Fahrzeug auslöste. Die zunächst an den getöteten vermuteten Sprengstoffgürtel erwiesen sich als Attrappen.

Mittlerweile haben die Behörden einen dritten Verdächtigen festgenommen. Noch ist unklar, ob es sich um den Täter handelt, der am Donnerstag mit einem Lieferwagen getötet hatte.

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