Donnerstag, 16. August 2018

Steuertrickser unter sich Apple zahlt Steuern nach - und Irland will das Geld nicht

Steuertrickser Apple: Steuern in Europa so weit wie möglich zu vermeiden, ist für den US-Konzern ein wichtiges Ziel

Apple muss Steuern an Irland nachzahlen, und Irland hat alles dafür getan, damit diese Nachzahlung nicht fällig wird: Vor dem Hintergrund des Steuerstreits zwischen Irland und der EU hat Apple die ersten 1,5 Milliarden Euro auf ein Treuhandkonto überwiesen. Das teilte Finanzminister Paschal Donohoe am Freitag mit.

Der Betrag ist Teil der 13 Milliarden Euro, die der US-Technologiekonzern nach dem Willen der EU-Kommission an Irland zahlen muss. Irland wehrt sich noch immer gegen die Nachzahlung und behauptet, das mit Apple vereinbarte Steuersparmodell sei legal: Zu groß ist die Angst in Dublin, seinen Ruf als Steuerdumping-Paradies zu verlieren. Über Jahre hatte Irland auf Kosten der EU-Nachbarn Unternehmen mit besonders niedrigen Steuersätzen ins Land gelockt.

Die Brüsseler Behörde hatte ein irisches Steuersparmodell im August 2016 als illegale Beihilfe eingestuft und Apple angewiesen, die Steuern nachzuzahlen. Das Unternehmen und die Regierung in Dublin gehen gegen die Entscheidung gerichtlich vor.

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Die EU-Kommission ist wiederum vor den Europäischen Gerichtshof gezogen, weil die irische Regierung das Geld nicht pünktlich eingetrieben hat. Der Euro-Staat gibt dagegen vor, man habe "so schnell wie möglich" gehandelt. Die Alternative, die 13 Milliarden Euro von Apple nicht mehr an Irland, sondern direkt nach Brüssel zu überweisen, wurde allerdings noch nicht weiter diskutiert - obwohl Irland in den vergangenen Jahren ein Vielfaches an EU-Subventionen eingestrichen hat.

la/dpa

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