Donnerstag, 28. Juli 2016

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Reaktion auf Terror in Ankara Türkei droht mit Vergeltung - und fliegt schon Angriffe

Türkischer Präsident Erdogan: "Wenn jemand auf die Türkei feuert, erhält er eine deutliche Antwort"

Für die türkische Regierung scheint der Fall schon klar: Hinter der Explosion einer Autobombe in Ankara mit mindestens 28 Toten soll ein Syrer stecken, der sich als Flüchtling in der Türkei gemeldet hatte. Ahmet Davutoglu bestätigte am Donnerstag entsprechende Medienberichte.

Die Verantwortung sieht der türkische Regierungschef bei der PKK und kurdischen Milizen aus Syrien. Insgesamt neun Verdächtige habe man in Zusammenhang mit dem Anschlag festgenommen. Davutoglu nahm aber auch die syrische Regierung unter Präsident Baschar al-Assad in die Pflicht, da diese die kurdischen Milizen unterstütze.

Wie sich der Fall bisher darstellt: Der 23-jährige kurdische Haupttäter soll laut türkischen Erkenntnissen der Kurdenmiliz YPG nahegestanden haben. Die YPG gilt als syrischer Ableger der PKK. Er habe das mit Sprengstoff beladene Auto gefahren, das er in der westtürkischen Stadt Izmir angemietet habe. Der bei der Explosion getötete Täter soll anhand seiner Fingerabdrücke, die bei seiner Einreise digital erfasst worden waren, identifiziert worden sein.

Die Autobombe war am Mittwoch gegen 18.30 Uhr mitten im Berufsverkehr explodiert, als ein Militärkonvoi in der Nähe stand. Der Anschlag ereignete sich nur wenige Hundert Meter vom Parlament und vom Militärhauptquartier entfernt.

Ein YPG-Vertreter erklärte jedoch gegenüber Journalisten, er weise die Anschuldigungen Ankaras, hinter dem Terroranschlag zu stecken, strikt zurück. "Wir haben keinerlei Verbindung zu dem Mann, der als Attentäter genannt wird", sagte er. Auch die syrische Kurdenpartei PYD bestreitet jede Verbindung zu dem Vorfall in der Türkei. "Zum Anschlag in Ankara haben wir keine Verbindung", sagte der PYD-Co-Chef Salih Muslim. "Es gab unsererseits noch nie einen Angriff auf die Türkei." Die Regierung solle "keine Vorwände für einen Angriff" auf die Kurden in Syrien "erfinden".

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