Samstag, 20. Oktober 2018

Zum Tod von Helmut Schmidt "Ein großer Europäer, ein großer Sozialdemokrat"

Helmut Schmidt mit Ehefrau Loki 1974: "Wir trauern um einen europäischen Wegbereiter und einen globalen Geist. Helmut Schmidt war ein großer Staatsmann, bis zur letzten Zigarette."

Deutschland trauert um Helmut Schmidt. In den Reaktionen wird der Altkanzler als großer Staatsmann gewürdigt. Bundespräsident Gauck nennt ihn einen "Mann der Tat, des klaren Gedankens und des offenen Wortes".

Berlin - Über alle Parteigrenzen hinweg bekundet die deutsche Politik Respekt vor der Lebensleistung von Altkanzler Helmut Schmidt. Der SPD-Politiker starb am Dienstag im Alter von 96 Jahren. Ein Überblick über die wichtigsten Reaktionen:

Bundespräsident Joachim Gauck: "Wir trauern um einen der bedeutendsten deutschen Politiker der Nachkriegszeit. Helmut Schmidt wird uns allen als ein Mensch in Erinnerung bleiben, der in seltener Einheit ein Mann der Tat, des klaren Gedankens und des offenen Wortes war. Er hat sich um unser Land verdient gemacht."

SPD-Chef Sigmar Gabriel: "Ein wirklich großer Patriot, ein großer Europäer und ein großer Sozialdemokrat ist gestorben. Ich glaube, dass sein Vermächtnis Europa ist."

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD): "Wir Deutschen haben eine Vaterfigur verloren. Wir trauern um einen deutschen Demokraten, einen europäischen Wegbereiter und einen globalen Geist. Helmut Schmidt war ein großer Staatsmann, bis zur letzten Zigarette."

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD): "Helmut Schmidt vertrat stets die Auffassung, dass die alte Stadtrepublik Hamburg immer eine Stimme der Aufklärung, der Vernunft und des Fortschritts sein müsse. Die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt trauern um einen Mann, dem sie vertraut haben."

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU): "Deutschland hat einen Großen verloren. Als Bürgermeister von Hamburg, als Finanzminister und als Bundeskanzler: Helmut Schmidt wusste, worauf es ankam. Er hat Politik kraftvoll gestaltet - gerade in Krisenzeiten."

Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande: "Schmidt war ein großer Staatsmann, der stets dafür plädiert hat, der Marktwirtschaft eine soziale Dimension zu geben. In der Europapolitik hat er vorbereitet, was sein Nachfolger Helmut Kohl und François Mitterrand vollendeten."

CDU/CSU-Fraktionschef Volker Kauder: "Helmut Schmidt war der letzte Bundeskanzler, der den Zweiten Weltkrieg als Soldat mit erlebt hat. Diese Erfahrung war für ihn die Motivation, unserem Land zu dienen."

Die Grünen-Vorsitzenden Simone Peter und Cem Özdemir: "Auch wenn die Grünen gerade in der Gründungsphase in wichtigen Fragen oft auf der anderen Seite der Debatte standen, werden wir Helmut Schmidt, seinen Scharfsinn und seine Freude an der politischen Auseinandersetzung vermissen."

Die Linke-Fraktionsvorsitzenden Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch: "Helmut Schmidt war Entspannungspolitiker. Sein Ziel blieb es, eine dauerhafte Friedensordnung zwischen den Staaten auf unserem Kontinent herzustellen. Die SPD sollte sich diesem Erbe wieder zuwenden."

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner: ""Leitender Angestellter der Republik" - diese nüchterne Tätigkeitsbeschreibung von Helmut Schmidt zeigt, was er verkörperte und was dem Land fehlt: Managementqualität, Gestaltungs- und Führungswille."

Ex-Außenminister Hans Dietrich Genscher: "Wir wissen, Deutschland ist ärmer geworden, und wir empfinden, er wird uns fehlen - immer wieder".

la/dpa/reuters

© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH