Dienstag, 25. September 2018

ZEW-Index fällt auf Sechsjahrestief Der deutsche Boom wird brüchig

VW-Fahrzeuge in Emden: Die Skepsis mit Blick auf die Konjunktur wächst. Der ZEW-Index ist auf den tiefsten Stand seit August 2012 gefallen

Börsenprofis blicken immer skeptischer auf die Aussichten für die deutsche Konjunktur. Der ZEW-Index für die Erwartungen im kommenden halben Jahr sank im Juli um 8,6 Zähler auf minus 24,7 Punkte, teilte das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mit. Der Index fiel damit auf den tiefsten Stand seit August 2012. Es war der fünfte Rückgang binnen sechs Monaten.

Die Zweifel am jahrelangen Wirtschaftsboom in Deutschland wachsen: Börsenprofis blicken immer skeptischer auf die Aussichten für die deutsche Konjunktur. Das Barometer für ihre Erwartungen im kommenden halben Jahr sank im Juli um 8,6 Zähler auf minus 24,7 Punkte, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner monatlichen Umfrage unter 201 Analysten und Anlegern mitteilte.

Der Index fiel damit auf den tiefsten Stand seit August 2012 und blieb klar unter dem langfristigen Durchschnittswert von plus 23,2 Punkten. Es war der fünfte Rückgang binnen sechs Monaten. Die gegenwärtige Lage schätzten die Experten ebenfalls schlechter ein als zuletzt.

"Vor allem die Befürchtung einer Eskalation des internationalen Handelskrieges mit den Vereinigten Staaten belastet den konjunkturellen Ausblick", sagte ZEW-Präsident Achim Wambach.

Viele Ökonomen gehen davon aus, dass der Aufschwung in Deutschland seinen Höhepunkt schon hinter sich hat. Zahlreiche Experten und Institute haben deshalb zuletzt ihre Wachstumsprognosen gesenkt und rechnen für 2018 nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von knapp zwei Prozent in Deutschland.

la/reuters

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