Dienstag, 26. März 2019

Teure Ansage am Telefon Aigner entschärft Servicenummern

Aigner: Teure Ansagen am Telefon sollen der Vergangenheit angehören

Teure Ansagen am Telefon sollen nach dem Willen von Ilse Aigner der Vergangenheit angehören: Die Ministerin für Verbraucherschutz will Servicenummern entschärfen. Verbraucher können aber trotzdem noch in kostenpflichtigen Warteschleifen landen.

Berlin - Mit den überteuerten Telefon-Warteschleifen soll nach Worten von Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) zum 1. Juni Schluss sein. "Die Telekommunikationsbranche hatte mindestens acht Monate Zeit, sich umzustellen", sagte Aigner. Die Bundesnetzagentur kündigte an, Verstöße gegen die neuen schärferen Vorgaben zu ahnden.

Anrufer sollten für eine Nichtleistung auch nicht zahlen müssen. Am Samstag tritt die zweite Stufe einer gesetzlichen Neuregelung in Kraft. Zulässig sind Warteschleifen dann nur noch bei Gratisnummern oder für Anrufe mit normalen Ortsvorwahlen. Gestattet bleiben sie auch, wenn für den Anruf ein Festpreis berechnet wird.

Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn sagte, die Regelung gehe in die richtige Richtung, da horrende Kosten nicht mehr möglich seien. Sie wies darauf hin, dass Dialogansagen mit einem Auswahlmenü aber weiterhin etwas kosten könnten. Dies sei "eine große Lücke, die die vielen schwarzen Schafe in der Branche ausnutzen werden".

Verbraucherschützer beklagen seit längerem, dass in Warteschleifen von Servicenummern mit Vorwahlen wie 0180 oder 0900 teils Kosten von mehreren Euro zusammenkommen. Seit 1. September gilt bereits eine Übergangsregelung, wonach die ersten zwei Minuten einer Warteschleife kostenlos sein müssen. Die Änderungen sind Teil einer Reform des Telekommunikationsgesetzes, die 2012 beschlossen worden war.

Aigner sagte, es sei zu hoffen, dass Warteschleifen künftig auch weniger Zeit kosteten. "Entscheidend ist, welchen Gegenwert man etwa bei einer Service-Hotline erhält." Stimmen müsse die Dienstleistung, für die man bezahle.

"Sollten Unternehmen die Regelungen nicht umsetzen, werden wir dies entsprechend verfolgen", sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann. Möglich sind Bußgelder bis zu 100.000 Euro. Mit den neuen Vorschriften würden Verbraucher "vor hohen Kosten geschützt, die mit der eigentlichen Inanspruchnahme telefonischer Serviceleistungen nichts zu tun haben", sagte Homann.

ts/dpa

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