Samstag, 22. Juli 2017

Alle Artikel und Hintergründe

Gabriel stürzt sich auf Industrie 4.0 Genosse Roboter soll die SPD retten

Ein Handschlag auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung 2014 - wenn es nach dem Willen von SPD-Chef Sigmar Gabriel geht, nur der Beginn einer wunderbaren Freundschaft von Sozialdemokratie und Industrie 4.0

3. Teil: Ein Hauch von Gerhard Schröder wabert mal wieder durch den Raum

Wanka als Aufpasserin? In der CDU ging wohl die Angst um, Gabriel könnte sich Erfolge bei der Industrie 4.0 ausschließlich an sein Revers heften wollen, denn die Kanzlerin ist mit den internationalen Krisen ausgelastet. Die blasse Bildungsministerin ist aber ein Glücksfall für Gabriel. Das Bildungs- und Forschungsministerium verfügt über die Forschungsgelder und Kontakte in die Wissenschaft, um Industrie 4.0-Szenarien Realität werden zu lassen. Gleichzeitig mangelt es der Ministerin an Präsenz in der Industrie - im Gegensatz zum Bundeswirtschaftsminister. Gabriel lässt kaum eine Verbandsveranstaltung zur vierten industriellen Revolution aus. Er füllt die Rolle als Macher, als Antreiber und Unterstützer der Industrie aus. Gleichzeitig knüpft er in seinen Reden immer wieder an alte SPD-Themen an. Aus- und Weiterbildung seien wichtige Voraussetzungen für das Gelingen der vierten industriellen Revolution, betont der Minister vor den Unternehmern des Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI). Seine Stichworte: Aufwertung der Arbeit und Aufstieg durch Bildung. Die Manager nicken, stimmen dem Vizekanzler, dem Minister 4.0 zu und lachen über seine spontanen Witze. Ein Hauch von Gerhard Schröder wabert mal wieder durch den Raum. Der Minister ist mit dem Thema bei den Firma dauerpräsent - nicht nur vor Ort, auch in den Gesprächskreisen im Rahmen der neuen Plattform und in den Medien, wenn das Thema Industrie 4.0 politisch gespielt werden soll. Gabriel kann es mit den Bossen. Gleichzeitig bindet er die Gewerkschaften ein, die vor einem Comeback stehen könnten.

Die Arbeitnehmervertreter schulen jedenfalls ihre Mitglieder seit Monaten intensiv zu dem Thema. Im Ausbildungszentrum in Sprockhövel rennen die Gewerkschaftsmitglieder der IG Metall die Türen ein, wenn Industrie 4.0 auf dem Stundenplan steht. Und: Die IG Metall ist Mitglied der neuen Plattform Industrie 4.0 und im Strategiekreis vertreten, den SPD-Vordenker Machnig leitet.

Nachrichtenticker

© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH