Dienstag, 20. November 2018

Rückzug aus dem Weltpostverein Wie US-Präsident Trump womöglich Pakete für deutsche Verbraucher verteuert

Pakete in einer DHL-Zustellbasis in Düsseldorf: Ein neuer Schachzug von US-Präsident Donald Trump könnte Pakete für deutsche Verbraucher verteuern

Der Pariser Klimavertrag, das Freihandeslabkommen TPP und gerade erst wieder das atomare Abrüstungsabkommen INF - wenn US-Präsident Donald Trump das Gefühl hat, über den Tisch gezogen worden zu sein oder womöglich einen besseren Deal heraushandeln zu können, kündigt er schnell mal einen Vertrag auf. Auch wenn diesen zähe und lange Verhandlungsarbeit hunderter Teilnehmer zugrunde liegen.

Gerade scheint Trump einmal wieder in Kündigungsstimmung. Während die angekündigte Aufkündigung des INF-Vertrages weltweit für Schlagzeilen sorgte, ging eine anderer Ausstieg hierzulande ziemlich unter. Dabei könnte sie auch für deutsche Verbraucher womöglich teure Konsequenzen haben.

Betroffen von Trumps Unmut ist diesmal der Weltpostverein, auf englisch Universal Postal Union mit Sitz in Bern, von dem hierzulande die meisten wahrscheinlich noch nie etwas gehört haben. Dessen Beschlüsse aber viele betreffen. Denn der bereits seit 1874 bestehende Verein regelt die Zusammenarbeit der Postbehörden von 192 Staaten weltweit. Und hat damit ganz praktische Auswirkungen auf den internationalen Brief- und Paketverkehr.

Am Mittwoch ging entsprechend in Bern die Kündigung ein, wie ein Sprecher des Weltpostverbandes am Mittwoch manager magazin online bestätigte.

Im Bemühen, den internationalen Postverkehr zu vereinfachen und auch wirtschaftlich schwächere Länder am internationalen Postverkehr zu beteiligen, legen die Mitgliedsländer bei ihren regelmäßigen Weltpostkongressen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der grenzüberschreitenden Postbeförderung fest. Wobei wirtschaftlich schwächeren Ländern in der Regel günstigere Konditionen gewährt werden als reichen Ländern mit qualitativ hoher,flächendeckender Logistik.

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