Donnerstag, 21. September 2017

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Volksentscheid über Olympia-Bewerbung Wie Hamburg um die Olympischen Spiele kämpft

Olympische Spiele: Unentschlossene mobilisieren
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DPA

Eine aktuelle Studie über die Olympischen Spiele zeigt in den westlichen Ländern eine leichte Zustimmung für das Großereignis. Das Zünglein an der Waage bei Bürgerentscheiden sind allerdings die Unentschlossenen. Was kann Hamburg für das bevorstehende Referendum noch lernen?

Am 1. Advent stimmen die Hamburger Bürger über die Bewerbung der Hansestadt für die Austragung der Olympischen Spiele 2024 ab. Nur im Fall eines positiven Votums der Hamburger Bürger wird die Kampagne aufrechterhalten. Dabei muss beim Referendum eine einfache Mehrheit für die Austragung der Spiele erreicht werden. Zudem müssen 20 Prozent aller Wahlberechtigten mit Ja stimmen - in Hamburg sind das etwa 260.000 von 1,3 Millionen Wahlberechtigten. Werden die Zahlen nicht erreicht, muss der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wie vor zwei Jahren in München die Bewerbung zurückziehen.

Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage, die im Auftrag des DOSB Anfang September vorgenommen wurde, begrüßten 63 Prozent der Hamburger eine Bewerbung um die Olympischen Spiele 2024. Die Zustimmung ist dabei stabil: Bei der vorangegangenen Forsa-Umfrage im Februar dieses Jahres hatten 64 Prozent der Hamburger Bürger für eine Olympia-Bewerbung der Hansestadt votiert.

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Heft September 2017

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Entscheidend wird am Ende aber nicht nur die grundsätzliche Zustimmung bei der Umfrage sein, sondern die Befürworter Ende November zur Stimmabgabe ins Wahlbüro oder per Briefwahl zu mobilisieren. Wie schwierig das ist, hat die schmerzhafte Niederlage der Münchner Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2022 gezeigt. Im November 2013 lag die Wahlbeteiligung in der bayerischen Landeshauptstadt deutlich unter 30 Prozent. Man darf unterstellen, dass die Gegner der sportlichen Großveranstaltung eine deutlich größere Motivation verspürten, ihr Kreuz an der Wahlurne zu machen. Der Ausgang ist bekannt.

Das Schicksal von München ereilte in kurzer Abfolge auch Krakau, Oslo, Stockholm und den Schweizer Kanton Graubünden, die unter anderem aufgrund fehlender Unterstützung in der Bevölkerung ihre Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2022 zurückzogen. Am Ende konnte sich Peking im Zweikampf knapp gegen Almaty (Kasachstan) durchsetzen. Nach 2018 in Pyeongchang (Winterspiele) und 2020 in Tokio (Sommerspiele) wird damit zum dritten Mal in Folge das größte Sportereignis der Welt in Asien stattfinden.

Nicht zuletzt aufgrund des fehlenden Rückhalts der Olympischen Bewegung in Europa hat IOC-Präsident Thomas Bach die "Agenda 2020" ins Leben gerufen. Durch diese sollen die Olympischen Spiele transparenter und nachhaltiger werden. Geringere Kosten und eine Abkehr vom Gigantismus sollen die Spiele wieder für mehr Kandidaten attraktiv machen.

Repräsentative Umfrage
Vor diesem Hintergrund liefert eine repräsentative Studie der WHU - Otto Beisheim School of Management in Düsseldorf, die als erster Research Report im Rahmen des "Camp Beckenbauer" entstanden ist, interessante Informationen zum aktuellen Stimmungsbild. Zwischen März und April 2015 hat das Team von Professor Sascha L. Schmidt 12.000 Personen in zwölf westlichen, demokratischen Ländern nach ihrer Einstellung zu Olympischen Spielen befragt.

Die Ergebnisse sind repräsentativ für 700 Millionen Menschen aus den USA, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Norwegen, Österreich, Polen, Schweden, der Schweiz und Spanien.

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