Freitag, 16. November 2018

Hall of Fame der deutschen Forschung Ludwig Pohl und Stefan Hell in die Ruhmeshalle aufgenommen

Forscher Hall of Fame: Pohl und Hell neu in der Ruhmeshalle
Wolfgang von Brauchitsch für mm

Das manager magazin hat den Industrieforscher Ludwig Pohl und den aktuellen Chemie-Nobelpreisträger Stefan Hell in die Hall of Fame der deutschen Forschung berufen. Die Entscheidung fiel bereits im Frühjahr - lange vor der Entscheidung des Stockhomer Nobelkomitees.

Hamburg/Essen - In diesem Jahr hatte die Feier zur Berufung der neuen Laureaten in die Hall of Fame der deutschen Forschung einen besonderen Höhepunkt: Neben dem Industrieforscher Ludwig Pohl (82) wurde Stefan Hell geehrt, der aktuelle Chemie-Nobelpreisträger.

Die Jury der Forscher-Ruhmeshalle hatte den Direktor am Göttinger Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie schon im Frühjahr ausgewählt, also lange vor der Entscheidung des Stockholmer Nobelkomitees. Stefan Hell (51) war deshalb "besonders gern" zu dem heutigen Festakt im Weltkulturerbe der Essener "Zeche Zollverein" angereist: "Das Format knüpft die richtigen Verbindungen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft", sagte der vielfach ausgezeichnete Forscher.

Außer den beiden Laureaten nahmen rund 100 Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik an der Abendveranstaltung teil. Darunter Klaus Engel, Vorstandsvorsitzender der Evonik Industries AG, Karl-Ludwig Kley, Vorsitzender der Geschäftsleitung beim Darmstädter Chemie- und Pharmaunternehmen Merck, und Svenja Schulze, Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen.

Ausgezeichnete Lebensleistung für Wirtschaft und Forschung in Deutschland

Die Hall of Fame der deutschen Forschung zeichnet Wissenschaftler aus, deren Arbeiten einen herausragenden Beitrag zur Weiterentwicklung des Forschungsstandorts geleistet und somit auch den Wirtschaftsstandort Deutschland im internationalen Wettbewerb zukunftsfähiger gemacht haben.

Stefan Hell wurde in diesem Jahr geehrt für die Entwicklung eines bahnbrechenden Mikroskopier-Verfahrens, das viel stärker vergrößert und präzisere Bilder liefert, als die Physik bisher für möglich hielt. Anders als bei der Elektronenmikroskopie, die nur totes Material untersuchen kann, lassen sich mit Hilfe der neuen Technik lebende Zellen beobachten, sogar einzelne Moleküle darstellen. Experten gehen davon aus, dass die Geräte aus Stefan Hells Labor die medizinische Diagnostik und Therapie in den nächsten Jahren revolutionieren.

Ludwig Pohl hat als Abteilungsleiter in der chemischen Forschung bei Merck Börsen-Chart zeigen maßgeblich die Entwicklung so genannter Flüssigkristalle vorangetrieben. Diese Verbindungen liefern die Basis für Flachbildschirme (LCD) in TV-Apparaten, in Notebook und Tablet-Computern, für Touch-Screens in Navigationsgeräten und Mobiltelefonen. Merck ist seit vielen Jahren Weltmarktführer für Flüssigkristalle, setzt mit den Substanzen jährlich über eine Milliarde Euro um.

Die Hall of Fame der deutschen Forschung ist eine Initiative des manager magazins. Sie wird unterstützt vom Initiativkreis Ruhr GmbH und der Evonik Industries AG.

Ausführliche Beiträge zu den Ausgezeichneten finden sich in der nächsten Ausgabe des manager magazins, das ab Freitag (21. November) im Handel ist.

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