Freitag, 26. August 2016

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mm-Konjunkturindikator Europa zeigt Stärke - deutsche Wirtschaft boomt auch 2016

EZB-Zentrale in Frankfurt: Die Geldpolitik muss den ganzen Währungsraum im Blick haben - doch auch um den steht es besser, als die schwache Inflation vermuten lässt

"Wir werden das tun, was wir machen müssen, um die Inflation so schnell wie möglich zu erhöhen!" Angesichts dieser klaren Worte von EZB-Präsident Mario Draghi spricht vieles dafür, dass die EZB bei ihrer Ratssitzung am kommenden Donnerstag die Geldpolitik weiter lockern wird.

Hintergrund ist der sehr niedrige Preisauftrieb im Euro-Raum. Mit einem Wert nur wenig über Null wird die Inflationsrate das Inflationsziel der EZB von "nahe an, aber unter 2 Prozent" im laufenden Jahr erheblich verfehlen. Für das kommende Jahr liegen die Prognosen mit Werten leicht jenseits von 1 Prozent schon wieder höher - aber eben immer noch deutlich unter der Zielmarke.

Zur Diskussion steht vor allem eine Ausweitung der monatlichen Wertpapierkäufe im Rahmen ihres "Erweiterten Programm zum Ankauf von Vermögenswerten". Dadurch würden die Kurse für Staatsanleihen und andere direkt betroffene Vermögenswerte weiter steigen und deren Renditen abermals sinken. Indirekt würde dies wohl auch den Euro Börsen-Chart zeigen schwächen.

Noch mehr Pfeile im Köcher

Alternativ (oder zusätzlich) könnte die EZB den geplanten zeitlichen Rahmen des Programms strecken. Statt wie bisher ein voraussichtliches Ende des Programms im September 2016 zu kommunizieren, könnte die EZB nun betonen, die Käufe "solange wie nötig" durchzuführen.

Auch dies würde den Expansionsgrad der Geldpolitik unmittelbar erhöhen, bedeutete es doch, dass die langfristigen Zinsen länger als bisher erwartet niedrig bleiben werden, was sich auch in niedrigeren Zinsen über kürzere Laufzeiten niederschlagen würde.

Darüber hinaus werden in der EZB noch zahlreiche weitere Maßnahmenpakete diskutiert, unter anderem eine Erhöhung des Strafzinses, den Banken derzeit zu zahlen haben, wenn sie Geld bei der EZB "parken" wollen.

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