Montag, 16. Juli 2018

Multimillionär wird Mittelstandsbeauftragter Ökonomische Allzweckwaffe der SPD: Harald Christ

Harald Christ.

Der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) hat erstmals in ihrer Geschichte einen Beauftragten für den Mittelstand berufen. Der Job geht an den Ex-Finanzunternehmer und Versicherungsvorstand Harald Christ, der inzwischen eine Kommunikationsberatung betreibt.

Der 46-Jährige etabliert sich damit als wichtigster Diplomat zwischen Spitzenwirtschaft und Arbeiterpartei. Bereits zur Bundestagswahl 2009 war er im Schattenkabinett des damaligen SPD-Kandidaten Frank-Walter Steinmeier als Wirtschaftsminister vorgesehen; im Februar 2015 gründete er zusammen mit Michael Frenzel, ehedem Vorstandschef der TUI AG, das Wirtschaftsforum der SPD, ein Ratgebergremium der Partei in Wirtschaftsfragen.

Als Mittelstandsbeauftragter soll Christ ab sofort den Parteivorstand bei programmatischen Grundsatzfragen beraten. Christ ist seit 30 Jahren SPD-Mitglied. Vor der Gründung seiner Kommunikationsberatung Anfang des Jahres war er zuletzt Vorstandsmitglied der Ergo Deutschland AG und Chef der Postbank Finanzberatung. Multimillionär wurde er bereits 2005: Damals brachte er als Chef und Großaktionär die Fonds-Gesellschaft HCI Capital an die Börse. Nach seinem Ausstieg im Herbst 2007 brachten zweifelhafte Finanzprodukte wie etwa Schiffsbeteiligungen HCI in Verruf. Christ jedoch blieb davon unbeschadet und engagierte sich bis zu seinem Einstieg bei der Postbank als Unternehmer und Beirat.

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