Sonntag, 24. März 2019

Hackerangriff auf Politiker und Prominente Erste Spur führt nach Heilbronn

Junger Mann in Heilbronn soll in Kontakt mit dem Hacker gestanden haben, der für den Datendiebstahl verantwortlich gemacht wird.

Im Zusammenhang mit dem Hackerangriff auf Politiker und Prominente hat das Bundeskriminalamt bestätigt, dass es in Zusammenhang mit dem umfangreichen Datendiebstahl eine Durchsuchung gab. Am Sonntag sei die Wohnung eines Zeugen in Heilbronn durchsucht worden, erklärte die Behörde am Montag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Die Ermittlungen zu dem Fall "laufen weiter auf Hochtouren".

Zuvor hatten Medien berichtet, die Wohnung eines 19-Jährigen sei in Heilbronn durchsucht worden. Bei dem Einsatz am Sonntag seien technische Geräte beschlagnahmt worden, berichteten das ARD-Magazin "Kontraste" und das RBB-Inforadio am Montag unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Der Mann arbeite im IT-Bereich und werde als Zeuge behandelt. Er sei "über mehrere Stunden befragt worden", zitierte "Kontraste" den Mann. Auf einem dem Mann zugeschriebenen Twitter-Account wurde diese Darstellung bestätigt: "Ich möchte ganz klar darauf hinweisen, dass ich ausschließlich als Zeuge geführt werde." Der Mann soll mit dem Hacker in Kontakt gestanden haben, der für den am Freitag bekanntgeworden Datendiebstahl verantwortlich gemacht wird.

Angesichts des Hackerangriffs zeigte sich Digital-Staatssekretärin Dorothee Bär offen für schärfere Gesetze. "Einen derartigen Angriff müssen wir zum Anlass nehmen, sehr genau auszuloten, ob schon alles getan ist, um eine bestmögliche Datensicherheit zu gewährleisten", sagte die CSU-Politikerin dem "Handelsblatt". Geprüft werden müsse auch, "ob Software-Hersteller und Plattformen stärker in die Pflicht genommen werden müssen, um zu mehr Datensicherheit beizutragen". Ähnlich hatte sich am Wochenende Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) geäußert.


Lesen Sie auch:
Hacker veröffentlichen Daten von hunderten deutschen Politikern


Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sollte im Laufe des Montags mit dem Präsidenten des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik, Arne Schönbohm, und BKA-Präsident Holger Münch über den Fall beraten. Politiker von SPD, Grünen und FDP hatten infrage gestellt, ob die Behörde rasch genug reagiert habe. Der Hacker hatte teils sehr private Daten von Politikern und Prominenten wie Mobilfunknummern und E-Mail-Adressen im Internet veröffentlicht

rtr/afp/akn

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung