Mittwoch, 20. März 2019

Datenklau bei Politikern und Prominenten Hackerangriff - 20-Jähriger gesteht

Ärger über Aussagen: Nach dem Hackerangriff auf hunderte Politiker, Prominente und Journalisten ist nun ein Tatverdächtiger festgenommen worden

Im Zusammenhang mit dem Hackerangriff auf zahlreiche Politiker und Prominente hat die Polizei bereits am Sonntagabend einen Verdächtigen festgenommen. Dabei handele es sich um einen 20-jährigen aus Mittelhessen, teilte das BKA am Dienstag mit.

Die Wohnung des Tatverdächtigen, der laut Spiegel Online noch bei seinen Eltern wohnt, sei am Sonntag durchsucht worden. Der Mann sei daraufhin vorläufig festgenommen worden. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen erfuhr, ist der Festgenommene in vollem Umfang geständig. Inzwischen ist der tatverdächtige mangels Haftgründen wieder auf freiem Fuß.

Auf einer Pressekonferenz am Dienstagmittag erklärte Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk, der Sprecher der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main, der festgenommene 20-Jährige habe in einer Vernehmung Ärger über Äußerungen seiner Opfer als Motiv für seine Taten genannt. Zudem habe er erklärt, dass er alleine gehandelt habe. Die bisherigen Ermittlungen hätten auch keine Hinweise auf eine Beteiligung weiterer mutmaßlicher Täter gegeben, ergänzte Ungefuk.

Ersten Erkenntnissen zufolge soll er laut Spiegel Online keine Verbindungen zu ausländischen Geheimdiensten haben. Auf die Spur gekommen waren die Fahnder dem jungen Mann durch Zeugenaussagen und "digitale Spuren", die er offenbar im Internet hinterlassen hatte.

Der verdächtige 20-Jährige soll über das inzwischen gesperrte Twitter-Konto @_0rbit im Dezember zahlreiche persönliche Daten von Politikern und Prominenten als eine Art Adventskalender veröffentlicht haben.

Rund 1000 Politiker, Prominente und Journalisten sind nach Angaben des Bundesinnenministeriums von dem Online-Angriff betroffen. Etwa 50 Fälle seien schwerwiegender, weil größere Datenpakete wie Privatdaten, Fotos und Korrespondenz veröffentlicht wurden.

Manche Informationen hatte der bis dahin Unbekannte auch schon früher ins Netz gestellt. Das wurde allerdings erst in der Nacht zu Freitag vergangene Woche öffentlich - und somit auch vielen Betroffenen bekannt.

Die Bundesregierung will aus dem Fall Konsequenzen ziehen und die Cyber-Sicherheit verbessern. Dazu soll in den nächsten Monaten unter anderem ein "Cyber-Abwehrzentrum plus" geschaffen werden.

mg/rtr, dpa / Spiegel Online

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