Sonntag, 21. Oktober 2018

Weiß, westlich, alt Das neue Kabinett im Diversity-Check

Große Koalition: Merkels mögliche neue Minister(innen)
DPA

50 Prozent Frauenquote! Angela Merkel hat Wort gehalten, wenn die Kabinettsliste stimmt, die seit der Einigung zur nächsten Großen Koalition kursiert - woran sich allerdings bis zu einer eventuellen Vereidigung im März noch manches ändern könnte; neben den in der Liste stehenden "ggf."-Vermerken steht das Ganze unter dem Vorbehalt, dass die SPD diese Koalition auch will. Die Liste dürfte aber Merkels Plan für ihr künftiges Team recht gut wiedergeben.

Zumindest das Kabinett im engeren Sinn (Staatssekretäre werden erst später benannt) zählt demnach gleich viele Männer wie Frauen: 8 von 16, wenn auch für die wichtigen Schlüsselministerien Außen, Finanzen, Innen und Wirtschaft jeweils Männer vorgeschlagen sind. Das Kabinett Merkel III startete nach der Bundestagswahl 2013 nur mit sechs Frauen, also einem Anteil von 37,5 Prozent.

Das Plus im Kabinett steht dem seit der Wahl 2017 von 36,5 auf 30,7 Prozent gesunkenen Frauenanteil im Bundestag entgegen (was vor allem am Einzug der extrem männlich dominierten Oppositionsparteien AfD und FDP lag).

Paritätisch quotiert sind nur wenige nationale Regierungen wie die in Kanada (15 von 30), Schweden (12 von 23) - und die in Frankreich auch nur, wenn man drei Staatsministerinnen ohne eigenes Ressort mitzählt (11 von 20). International sendet Schwarz-Rot also durchaus ein kräftiges Signal, und an die deutsche Wirtschaft sowieso: Die Dax-Konzerne kommen gerade einmal auf ein Achtel weibliche Mitglieder in den Vorständen und ein knappes Drittel in den Aufsichtsräten, letzteres auch wegen der gesetzlichen Frauenquote.

Doch neben der Geschlechterverteilung sind ja noch andere Aspekte wichtig, inwieweit die Führung des Landes die gesellschaftliche Vielfalt abbildet oder fördert. Hier ist die Groko im Diversity-Check:

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