Montag, 18. Juni 2018

G20-Gipfel in Hamburg Merkel: "Noch ein großes Stück Arbeit" ++ Mob macht Hamburg kaputt

Das erste Treffen - und es dauerte gleich mehr als zwei Stunden: Russlands Präsident Wladimir Putin (r.) und US-Präsident Donald Trump (M.), dazu gesellt hat sich EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker (Foto vom Presseamt der Bundesregierung).
AP/ Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
Das erste Treffen - und es dauerte gleich mehr als zwei Stunden: Russlands Präsident Wladimir Putin (r.) und US-Präsident Donald Trump (M.), dazu gesellt hat sich EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker (Foto vom Presseamt der Bundesregierung).

Die Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer sind in Hamburg angekommen - die Demonstranten auch. Nach einer gewalttätigen Nacht wollen G20-Gegner heute den Ablauf des Gipfels gehörig stören. Lesen Sie die Entwicklung im Newsblog.

22.00 Uhr: Das Konzert in der Elbphilharmonie ist beendet, nun wird getafelt. Draußen genießen derweil Kriminelle weiterhin die Welt-Öffentlichkeit für ihre Verwüstungsaktionen. Im Schanzenviertel brennen Barrikaden, ein Supermarkt wurde geplündert. Die Polizei hat die Situation nur im Großen unter Kontrolle, nicht im Ganzen. Wir beenden für heute unseren Live-Berichterstattung und empfehlen für die Nacht sowie das Wochenende das Angebot unserer Kollegenvon SPIEGEL ONLINE. Auf manager-magazin.de finden Sie die wichtigsten Zusammenfassung zum G20-Gipfel in Hamburg. Wir wünschen eine angenehme, friedfertige Nacht.

18.20 Uhr: Kanzlerin Merkels Bilanz des ersten G20-Tags: Bei den großen Streitthemen Klimaschutz und freier Welthandel haben die G20-Unterhändler "noch ein großes Stück Arbeit vor sich". Aber sie vermeldet auch einen Erfolg: Über wesentliche Ziele im Kampf gegen den weltweiten Terrorismus sei man sich einig. Für notwendig halte die G20-Runde einen verbesserten Informationsaustausch, ein wirksameres Austrocknen der Finanzierungsquellen und ein Vorgehen gegen terroristische Inhalte im Internet.

18 Uhr: In der Elbphilharmonie soll am Abend ein Konzert für die Staats- und Regierungschefs der G20-Länder stattfinden. Auf dem Programm steht Beethovens "Ode an die Freude". Mehrere tausend Gipfelgegner sind derzeit an den Landungsbrücken, rund zwei Kilometer von der Elbphilharmonie entfernt. Die Polizei versucht, sie mit Wasserwerfern auseinanderzutreiben. Aktivisten, die sich mit Booten der Elbphilharmonie nähern wollten, wurden von der Polizei abgefangen. Die Elbphilharmonie wird unterdessen von der Polizei abgeriegelt.

17.30 Uhr: Auf der Flucht vor der Polizei sind am Freitagmorgen im Hamburg elf Anti-G20-Demonstranten schwer und zwei leicht verletzt worden. Wie die Feuerwehr mitteilte, stürzten sie bei dem Versuch, mit einer größeren Gruppe von Demonstranten in Hamburg-Bahrenfeld über eine Mauer mit Absperrgitter zu klettern, aus etwa vier Metern Höhe ab, weil das Absperrgitter unter der Last zusammenbrach. Sie wollten sich den Angaben zufolge Zugang zu einem Firmengelände verschaffen. 13 Demonstranten, die sich zum Teil schwer am Kopf verletzten, wurden in Krankenhäuser gebracht. 65 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr Hamburg waren mit zwölf Rettungswagen, fünf Notarzteinsatzfahrzeugen und zwei Löschfahrzeugen im Einsatz.

17.20 Uhr: Die Polizei beklagt mehrere Schwerverletzte, die von gewalttätigen Chaoten mit Stahlkugeln aus Zwillen beschossen wurden. Ein Polizist sei durch Feuerwerkskörper schwer verletzt worden. Inzwischen wurden weitere Polizisten aus Bayern und Mecklenburg Vorpommern eingeflogen, um die Polizei im Kampf gegen die Gewalttäter zu unterstützen. Ziel der Attacken der Gewalttäter wurde offenbar auch eine ärztliche Notaufnahme in Sankt Georg.

17.15 Uhr: Die Abschottungspolitik von US-Präsident Donald Trump hat auf dem G20-Gipfel zu offenem Streit mit den Europäern geführt. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker drohte Trump sofortige Sanktionen an, sollte dieser zulasten europäischer Unternehmen den US-Stahlmarkt abriegeln. "Wir sind in gehobener Kampfesstimmung", sagte Juncker. Auch der russische Präsident Wladimir Putin stimmte in die Kritik an der Abschottungspolitik ein. "Wir sind gegen den Protektionismus, der sich in der Welt ausbreitet", sagte er in der ersten Arbeitssitzung des Gipfels in Anwesenheit Trumps.

Der zweitägige Gipfel der großen Wirtschaftsmächte unter der Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) begann mit einer Diskussion über Terrorbekämpfung. Die Hauptthemen sind aber Klimaschutz und Freihandel. Juncker betonte zum G20-Auftakt, Protektionismus sei "absolut der falsche Weg". Trump hatte im April eine Untersuchung in Auftrag gegeben, die klären soll, ob Stahlimporte die nationale Sicherheit in den USA beinträchtigen. Sie könnte eine Beschränkung der Einfuhren zur Folge haben.

16.15 Uhr: US-Präsident Donald Trump und der russische Präsident Wladimir Putin sind beim G20-Gipfel erstmals zu einem Gespräch zusammengekommen. Beide bezeichnen es als eine Ehre und zeigten sich erfreut, den jeweils anderen zu treffen. Putin sagt, Telefongespräche seien niemals ausreichend. Während Trump und Putin Freundlichkeiten unter 4 Augen austauschen, beschäftigen sich die übrigen Gipfel-Teilnehmer in ihrer zweiten Arbeitssitzung mit dem Thema Klimaschutz.

Elbchaussee - Straße der brennenden Autos

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16 Uhr: Die Polizei hat nach den schweren Ausschreitungen in Altona am Vormittag einer Demonstration mit mehreren tausend Teilnehmern den Weg von den Landungsbrücken zur wenige hundert Meter entfernten Elbphilharmonie abgeschnitten. Wasserwerfer fuhren auf. In der Elbphilharmonie soll am Abend ein Konzert für die Staats- und Regierungschefs des G20-Gipfels stattfinden. Dort lauschen die Staats- und Regierungschefs der "Ode an die Freude".

15.30 Uhr: Der CSU-Innenpolitiker Hans-Peter Uhl hat die Entscheidung kritisiert, den G20-Gipfel nach Hamburg zu vergeben. "Man hätte den G20-Gipfel nie in einer Millionenstadt wie Hamburg veranstalten dürfen. Die Sicherheitslage ist dort viel zu schwer zu kontrollieren", sagte er der "Bild"-Zeitung. Nicht umsonst habe Bayern den G7-Gipfel im Sommer 2015 nach Schloss Elmau verlegt. "Da hielt sich die Randale in Grenzen."

15.00 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat seinen Redebeitrag in der ersten Arbeitssitzung des G20-Gipfels nach Angaben von Diplomaten für ein Eigenlob genutzt. Trump habe berichtet, wie gut es der US-Wirtschaft gehe, seitdem er im Amt sei, hieß es am Freitag in Hamburg. Zudem habe er sich ausführlich über die nordkoreanischen Raketentests geäußert , obwohl diese gar nicht Thema gewesen seien.

Trump war den Angaben aus Diplomatenkreisen zufolge der erste Staats- und Regierungschef, dem Gipfel-Gastgeberin Angela Merkel in der Gesprächsrunde zum Thema Wirtschaft und Handel das Wort erteilte. Danach ließ die Bundeskanzlerin EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker reden. Der Luxemburger grenzte sich den Angaben zufolge deutlich von Trump ab, indem er sich im Namen der EU klar für offenen multilateralen Handel aussprach und über die Grundsatzeinigung für ein europäisch-japanisches Freihandelsabkommen sprach. Trump hatte kurz nach Amtsantritt den Rückzug seines Landes aus dem bereits ausgehandelten transpazifischen Handelsabkommen TPP angekündigt.

14.30 Uhr: Die Hamburger Polizei rechnet am Abend mit neuer Randale. "Wir müssen davon ausgehen, dass die Gewalt wieder aufflammt", sagt Polizeisprecher Timo Zill. Für den Abend hat der linksradikale "Rote Aufbau Hamburg" eine Demonstration angemeldet.

14.17 Uhr: Draußen auf den Straßen Hamburgs brennen Barrikaden und Autos, in den Messehallen genießen die G20-Gäste feinste Speisen. Zum Mittagessen gab es: Geräucherten Waller (Wels) mit kaltem Süppchen von Sauerampfer. Dazu gab es gebratene Frühlingszwiebeln und Hüttenkäse. Serviert wurde zudem Landhuhn-Frikassee mit Erbsencrème und Schoten, gebratene Flusskrebse und schwarzer Reis - sowie Zupfkuchen an Rosinen. Dazu werden Grauburgunder trocken und Spätburgunder trocken serviert.

14.14 Uhr: Die ersten Hundertschaften zur Verstärkung der Polizei sind in Hamburg eingetroffen. Die Polizei habe sich auf Linksextremisten mit einer bestimmten Ideologie eingestellt, sagt Polizeisprecher Zill. Gekommen seien Menschen, denen es nur darum gehe, ihre Gewaltlust ausleben zu können.

14 Uhr: Neben dem Klimaschutz zeichnet sich zum G20-Gipfel ein zweites Streitfeld mit den USA ab: Die Europäische Union droht Trump umgehende Sanktionen an, sollte dieser zulasten europäischer Unternehmen den US-Stahlmarkt abschotten. "Wir sind in gehobener Kampfesstimmung", sagte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Protektionismus sei "absolut der falsche Weg". Trump hatte im April eine Untersuchung in Auftrag gegeben, die klären soll, ob Stahlimporte die nationale Sicherheit in den USA beinträchtigen. Sie könnte eine Beschränkung der Einfuhren zur Folge haben.

13.45 Uhr: Einkaufszentrum schließt aus Sicherheitsgründen: In der Erwartung gewalttätiger Auseinandersetzungen hat das Einkaufszentrum Mercado im Hamburger Stadtteil Ottensen am Freitagmittag seine Türen geschlossen. "Das Center ist komplett geschlossen und geräumt. Und wir wissen auch nicht, ob wir morgen aufmachen", sagte ein Mitarbeiter. Polizeikräfte sicherten das Gebäude in der Ottenser Hauptstraße.

13.40 Uhr: Die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision warnt vor einem Scheitern des G20-Treffens. "Wir befürchten, dass der Gipfel hier in Hamburg so enden wird, wie der G7 Gipfel in Italien - nämlich mit keinen Ergebnissen, um die Hungersnot in Afrika zu bekämpfen oder die Syrien-Krise zu beenden und Lösungen für Gewalt gegen Kinder zu finden", sagt Christoph Waffenschmidt, Deutschland-Chef von World Vision.

13.30 Uhr: Zum Auftakt der G20-Sitzung über die Weltwirtschaft ermahnt Bundeskanzlerin Angela Merkel die G20-Partner zur Kompromissbereitschaft. Millionen Menschen weltweit verfolgten den Gipfel und erwarteten Lösungen, sagt Merkel.

Partnerprogramm für die Eheleute aus Sicherheitsgründen geändert: Donald Trump, First Lady Melania und Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz
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Partnerprogramm für die Eheleute aus Sicherheitsgründen geändert: Donald Trump, First Lady Melania und Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz

13.20 Uhr: Aus Sicherheitsgründen wird das Partnerprogramm für die Eheleute beim G20-Gipfel in Hamburg geändert. Nach dpa-Informationen soll ein bisher geplanter Termin im Klimarechenzentrum nun durch Vorträge der Experten im Hotel Atlantik ersetzt werden.

13 Uhr: Wenn auch nicht zwischen Demonstranten und Polizei - ein wenig Annäherung scheint möglich: US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin haben sich beim G20-Gipfel in Hamburg getroffen. "Sie haben sich beide die Hand geschüttelt", sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow. Im Laufe des Tages würden beide Staatschefs am Rande des Gipfels noch zu einem bilateralen Gespräch zusammenkommen.

12.51 Uhr: Ausgangspunkt der Krawalle beim G20-Gipfel in Hamburg ist das Protestcamp im Volkspark Altona gewesen, sagt Innensenators Andy Grote (SPD). Dieses sei "maßgeblicher Ausgangspunkt" der Taten gewesen. Vor Journalisten beklagte er eine "hohe kriminelle Energie" der Protestierenden. Vermummte Gewalttäter hätten "eine Spur der Verwüstung durch Teile von Altona gezogen". Nach Angaben des Innensenators ist die Situation in der Hansestadt "im Moment" unter Kontrolle.

12.44 Uhr: Demonstranten haben die Ehefrau von Donald Trump darin gehindert, die Unterkunft zu verlassen. So verpasste sie den ersten Punkt des Partnerprogramms des G20-Gipfels. "Wir haben von der Polizei bisher keine Sicherheitsfreigabe zum Verlassen des Gästehauses", sagte eine Sprecherin von Melania Trump. Die First Lady werde in das Partnerprogramm einsteigen, sobald sie die Freigabe habe. Die Präsidentin-Gattin freue sich sehr auf die Aktivitäten gemeinsam mit den Gattinnen und Gatten der anderen Gipfelteilnehmer.

12.17 Uhr: Die Zahl der bei den gewaltsamen G20-Protesten in Hamburg verletzten Polizisten ist auf 159 gestiegen. Das sagte ein Sprecher der Beamten am Freitag in der Hansestadt. Die Polizei hatte demnach auch Kenntnis von einem verletzten Unbeteiligten. Dem Polizeisprecher zufolge gab es bislang 45 Festnahmen, zwölf weitere kamen in Gewahrsam.

11.50 Uhr: Die Hamburger Polizei bemüht sich um Verstärkung aus anderen Bundesländern. Nach SPIEGEL-Informationen hat die Besondere Aufbauorganisation (BAO) "Michel" der Polizei in einem Blitz-Fernschreiben von 8.47 Uhr die Bundesländer dringend um "alle verfügbaren Unterstützungskräfte" gebeten, um die Lage zu bewältigen. Es komme in Hamburg "zu einer Vielzahl von Straftaten und Gefahren für Leib und Leben". Ein Polizeisprecher sagte: "Wir haben bundesweit angefragt, ob Kräfte frei wären, und das wird geprüft."

Er äußert sich nicht dazu, wie viele Beamten aktuell im Einsatz sind. Der Sprecher bekräftigt nur, dass insgesamt rund 15.000 Polizisten wegen des G20-Gipfels vor Ort seien. Unterdessen eskaliert die Gewalt in der Hamburger Innenstadt: In der Großen Bergstraße in Hamburg-Altona versuchen einige Kriminelle, die Fassade des Ikea-Kaufhauses in Altona anzuzünden.

11.30 Uhr: In den Messehallen beraten die G-20-Mitglieder unterdessen über geeignete Maßnahmen zur Terrorabwehr. Anschließend ist noch eine Arbeitssitzung zum Thema Klimaschutz geplant, an der US-Präsident Trump und der russische Präsident Putin jedoch nicht teilnehmen werden.

11.00 Uhr: Hohe Kosten, hohe Gewaltbereitschaft, niedrige Erwartungen: Eine große Mehrheit der Bundesbürger hat nur sehr geringe Erwartungen an den G20-Gipfel. Mehr als drei Viertel (78 Prozent) der für das ZDF-"Politbarometer" Befragten rechnen damit, dass sich mit Blick auf die weltweit drängendsten Probleme auf dem Treffen nicht viel bewegen wird. Nur zehn Prozent erwarten demnach eher Fortschritte, ebenfalls zehn Prozent eher Rückschritte. Für ein Drittel (33 Prozent) der Bundesbürger ist der Klimawandel das wichtigste globale Problem, für 29 Prozent steht das Thema Flüchtlinge und Fluchtursachen ganz oben und für 27 Prozent die Bekämpfung des Terrorismus. Für das Politbarometer befragte die Forschungsgruppe Wahlen von Dienstag bis Donnerstag 1321 Menschen.

10.50 Uhr: Trotz der Ausschreitungen in Hamburg rund um den G20-Gipfel ist die Sicherheit der Teilnehmer laut Polizei gewährleistet. "Die Kolonnen können fahren", sagte ein Hamburger Polizeisprecher der Nachrichtenagentur dpa am Freitag. "Wir wissen auch um die massiven Auswirkungen auf den Individualverkehr.

10.45 Uhr: Jetzt hat der anwaltliche Notdienst eine Einschätzung zu den Festnahmen rund um die G20-Proteste veröffentlicht. Seit Donnerstagabend seien mindestens 120 Menschen festgenommen worden, zitiert "Spiegel Online" Notdienst-Vertreter Matthias Wisbar: Die Polizei lasse allerdings kaum Anwälte zu ihnen durch und äußere sich auch nicht zu den Haftgründen. "Das ist bewusst gewollter Rechtsbruch", sagt Wisbar. "Unsere Anwälte konnten erst zu acht Leuten Kontakt aufnehmen, vier Haftbefehle wurden erlassen." Die Polizei demonstriere damit gezielt, dass sie während des Gipfels tun könne, was sie wolle. Viele der Festgenommen seien gar nicht in die Gefangenensammelstelle in Harburg gebracht worden. "Wir wissen nicht, wo sie seit Stunden festgehalten werden", sagt Wisbar. Der anwaltliche Notdienst bietet mit rund 100 Juristen Demonstranten beim Gipfel rechtliche Unterstützung.

Merkel, Macron: Küsschen in den Messehallen, Gewalt auf der Straße

10.23 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Teilnehmer des zweitägigen Gipfels in den Messehallen der Hansestadt aufgrund von Protesten rund um den Tagungsort mit etwas Verspätung begrüßt. Als erstes Thema steht der Kampf gegen den Terrorismus auf der Tagesordnung.

10.17 Uhr: Die meisten Gipfelgäste sind eingetroffen. Wegen der Demonstrationen in der Stadt verzögerte sich die Anreise einiger Staats- und Regierungschefs. Manche Fahrzeugkolonnen seien aufgehalten worden, hieß es aus den Delegationen.

10.13 Uhr: Die Polizei hat den Weg zu den Messehallen teils mit Wasserwerfern frei geräumt. Diese seien bei der Räumung von Straßenblockaden am Schwanenwik an der Alster und an der Schröderstiftstraße nahe dem Tagunsgort eingesetzt worden, teilten die Beamten mit. Zuvor habe es mehrfache Aufforderungen gegeben, die Strecke freizumachen. "Bittet haltet die Fahrbahnen frei", hieß es.

09.40 Uhr: Kurze Zwischenbilanz der Polizei zum Donnerstag: Bei dem Polizeieinsatz wegen der Ausschreitungen am Donnerstag sind mindestens 111 Beamte verletzt worden. Zahlen zu verletzten Demonstranten oder Unbeteiligten lägen noch nicht vor, teilt die Polizei mit. Bis zum Stand 08.00 Uhr seien 29 Menschen festgenommen und 15 in Gewahrsam genommen worden.

"Welcome to Hell" in Hamburg: Auch unter den Demonstranten gibt es viele Verletzte

9.20 Uhr: Die Hamburger Polizei verteidigt ihr Vorgehen vom Vorabend, als sie den Demonstrationszug stoppte und einkesselte. Polizeisprecher Timo Zill spricht im Deutschlandfunk von einer drohenden "unbeherrschbaren Sicherheitssituation". 3500 "Extremisten" seien vor Ort gewesen, die zuvor schwerste Gewalttaten angekündigt hätten. Wenn diese Menschen sich plötzlich vermummen, sei das sozusagen die Vorbereitung von Straftaten. "Dann kann doch nicht von der Polizei erwartet werden, dass man mit diesen Menschen in bewohntes Gebiet geht. Das wäre unverantwortlich", sagt er. Zill bezeichnet das Vorgehen als "alternativlos".

Zunächst habe die Polizei mit den Veranstaltern 45 Minuten darüber verhandelt, dass die Vermummung abgenommen werde. "Das war nicht wirklich erfolgreich." sagte Zill. Beim anschließenden Versuch, die friedlichen Demonstranten von den schwarzen Blöcken zu trennen, sei die Polizei "massiv angegriffen worden". Flaschen, Eisenstangen und Dachlatten seien geflogen. "Das habe ich so in meiner beruflichen Karriere noch nicht erlebt."

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Bild: REUTERS

09.11 Uhr - US-Präsident Donald Trump schreibt auf Twitter, sein Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstagabend sei "großartig" gewesen. Ob das die Kanzlerin auch euphorisch sieht?

09.05 Uhr: Hamburg kommt auch am Tag nach den Ausschreitungen bei einer Autonomen-Demonstration nicht zur Ruhe. Radikale Demonstranten setzen weitere Autos an mehreren Stellen der Stadt in Brand. Über Hamburg stehen Rauchwolken, Hubschrauber kreisen am Himmel.

8.50 Uhr: Während auf den Straßen von Hamburg vielerorts die Konfrontationen erneut losgehen, bereitet sich Regierungssprecher Seibert auf den Tag vor. So soll heute das Programm aussehen. Ob das zeitlich alles so glatt über die Bühne gehen wird?

08.40 Uhr: Die Polizei meldet via Twitter neue Zwischenfälle. In der Hamburger Innenstadt befänden sich mehrere Personengruppen auf Straßenkreuzungen. Sie würden aufgefordert, sich friedlich zu entfernen.

8.15 Uhr: Der kanadische Premierminister Justin Trudeau will mit US-Präsident Donald Trump über die Streitpunkte Klimawandel und Welthandel sprechen. "Wir werden ihn darauf hinweisen, dass eine Vorreiterrolle im Zusammenhang mit dem Klimawandel und das Entstehen guter Arbeitsplätze wichtig sind", sagt Trudeau der "Bild". Auch werde er sich für progressive Handelsabkommen einsetzen, die "Chancen für kleinere Unternehmen schaffen und die Rechte von Arbeitern schützen.

Schlagstockeinsatz am Morgen gegen Demonstranten, die versuchen, die Sicherheitszone zu erreichen

7.50 Uhr: Die Aktivisten, die sich am S-Bahnhof Berliner Tor getroffen haben, liefen mit den Polizeiwagen um die Wette Richtung Innenstadt, berichten Augenzeugen. Immer wieder versuchten die Beamten die Demonstranten abzudrängen, einen schwarzgekleideten Aktivisten pickten sich die Polizisten gezielt heraus, einer schlug ihm mit einem Schlagstock ins Gesicht, dann ließen die Beamten wieder von dem Protestierenden ab

7.10 Uhr: An einem ihrer beiden Treffpunkte, an der S-Bahnstation Berliner Tor, sind die Störer bereits selbst gestört worden. Um 6.49 Uhr kamen dort rund zehn VW-Busse der Polizei mit Blaulicht und mit Beamten mit Helmen und Schutzwesten an. Sie schirmten die Demonstranten zunächst ab, berichtet Reporter Stefan Schultz von Spiegel Online. Für einen Moment habe es gewirkt, als würden die Polizisten einen Kessel bilden, doch dann seien sie nach zehn Minuten wieder abgezogen. Eine Warnung erst einmal, mehr nicht: "Wir haben euch im Blick."

06.40 Uhr: Gegner des Treffens der Staats- und Regierungschefs haben sich am Freitagmorgen von ihrem Camp im Volkspark Altona in Gruppen auf den Weg Richtung Innenstadt aufgemacht, wie Reuters-TV berichtete. Unter dem Motto "Block G20 - Colour The Red Zone" riefen Aktivisten zu Straßenblockaden und Störaktionen auf. Sie wollten die Anfahrtsrouten der Gipfelteilnehmer lahmlegen und planten auch Aktionen im Hafen.

06 Uhr: G20 ist in Hamburg angekommen, samt Staatschefs-Treffen, aber auch jeder Menge Proteste. Auf eine vergleichsweise entspannte erste Tageshälfte folgte am Donnerstag, dem Vortag des eigentlichen Gipfelbeginns, ein unruhiger Abend: Auf und nach der "Welcome to Hell"-Demonstration kam es zu Ausschreitungen (siehe Bildergalerie) zwischen der Polizei und einem Teil der Demonstranten. Mindestens 76 Menschen wurden dabei verletzt.

rei/la mit Nachrichtenagenturen

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