Mittwoch, 28. Juni 2017

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Erneuerbare Energien Kostenexplosion beim Ökostrom gestoppt

Schwaches Windjahr: Die Ökostrom-Kosten stagnieren auch, weil die Rotoren weniger Strom produzierten

2. Teil: Milliardenplus für das EEG-Konto - Umlage könnte sinken

Aus demselben Grund haben die Deutschen auch weniger Anlagen installiert als in den Vorjahren. "Der Zubau der Photovoltaik wirkt sich auf die Kosten kaum noch aus", sagt Markus Haller vom Berliner Öko-Institut.

Während die Kosten im EEG-System 2013 moderat blieben, sprudelten die Einnahmen. Satte 19,3 Milliarden Euro flossen durch die auf 5,3 Cent pro Kilowattstunde gestiegene EEG-Umlage in die Kasse. Unterm Strich bliebt dem System ein Überschuss von 2,5 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatte es ein Defizit von 2,7 Milliarden Euro gegeben. Auch deshalb war die Umlage drastisch erhöht worden.

In diesem Jahr stehen die Zeichen um so mehr auf Entspannung. "Es sammelt sich ein Guthaben auf dem EEG-Konto an", sagt Öko-Institut-Mann Haller. Der Trend wird dadurch verstärkt, dass die Umlage in diesem Jahr auf 6,2 Cent pro Kilowattstunde gestiegen ist und noch mehr Geld in die Kasse sprudeln dürfte.

Gute Nachrichten für Sigmar Gabriel

Angesichts des sich abzeichnenden Geldberges steigen damit die Chancen, dass die EEG-Umlage 2015 erstmals zurückgeht. Darüber befinden die Netzbetreiber im Herbst. Entscheidend sind der Stand des EEG-Kontos zum 30. September und die Prognose über die Ökostromerzeugung für 2015.

"Ich halte es für wahrscheinlich, dass die Umlage stabil bleibt oder leicht sinkt", sagt EEG-Experte Haller. Er erwartet einen Wert zwischen 6 und 6,3 Cent. Die Übertragungsnetzbetreiber rechnen offiziell mit einer Spanne zwischen 5,85 und 6,86 Cent.

Die Entwicklung dürfte Gegnern des Erneuerbare-Energien-Gesetzes etwas Wind aus den Segeln nehmen. Zeigt sich doch, dass auch kleine Reformen und Förderkürzungen durchaus entlastend auf die Stromkunden wirken können. Eine Abschaffung des Gesetzes aus Kostengründen wird zunehmend unwahrscheinlich, zumal Gegenentwürfe wie das von Sachverständigenrat und Monopolkommission geforderte Quotenmodell bestenfalls geringe Kostenvorteile versprechen.

Gleichzeitig hat Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) nun etwas Luft bei seinen Bemühungen, das EEG zu reformieren und effizienter zu gestalten. Schon mit kleineren Änderungen kann er die positive Tendenz verstärken und sich als Retter der Energiewende feiern lassen.

Ganz ohne Reformen könnten die Ökostrom-Kosten in den kommenden Jahren allerdings durchaus wieder schneller steigen. Als größte Risiken gelten dabei der Zubau teurer Offshore-Windparks und zusätzliche Industrie-Rabatte.

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