Montag, 17. Dezember 2018

Neuauflage mit 5000 neuen Wörtern "Fake News", "postfaktisch" und "Lügenpresse" landen im Duden

Fake News: Die politische Debatte der vergangenen Jahre schlägt sich deutlich im neuen Duden nieder

Fake News, Emoji und Späti - insgesamt 5000 neue Wörter wurden in den aktuellen Duden aufgenommen, der am Mittwoch in der 27. Auflage erscheint. Das Standardwerk der deutschen Rechtschreibung wurde völlig neu bearbeitet und ist mit insgesamt 145.000 Stichwörtern "der umfangreichste und aktuellste" Duden, den es je gab, wie der Dudenverlag in Berlin mitteilte. Die vergangene Ausgabe erschien 2013, die Urfassung von 1880 hatte nur 27.000 Stichwörter.

Der neue Duden ist 1264 Seiten stark und dokumentiert den Angaben zufolge so aktuell wie nie den Stand der deutschen Rechtschreibung. Mit rund 5000 neuen Wörtern trage das Regelwerk den jüngsten Entwicklungen im Wortschatz der deutschen Gegenwartssprache Rechnung. Neu aufgenommen wurden unter anderem Wörter wie postfaktisch, Darknet, Flüchtlingskrise, Selfie, Schmähgedicht und liken.

Unter den Neuaufnahmen sind demnach auch zahlreiche sogenannte Neologismen. Dabei handelt es sich um Wortschöpfungen, die häufig aus vorhandenen Wörtern oder Wortteilen neu zusammengesetzt werden, oder um Wörter, die aus Fremdsprachen übernommen wurden.

Die Wörter spiegeln die Entwicklungen in den Bereichen Technik, Mode, Sport, Politik und Verwaltung wider. Es sind zumeist Komposita, die häufig aus vorhandenen Wörtern oder Wortteilen neu zusammengesetzt werden, oder Übernahmen aus Fremdsprachen.

Auch brandaktuelle Änderungen etwa beim Buchstaben ß wurden in der Neuauflage berücksichtigt. Das Eszett, das scharfe S, in Großschreibung ist auch neben der Variante des doppelten S möglich. Weggefallen ist dagegen eine geringe Zahl eingedeutschter Schreibweisen, die sich nicht durchgesetzt haben. Statt Majonäse ist jetzt zum Beispiel nur noch Mayonnaise zulässig.

Eine Auswahl der 5000 neuen Wörter:

ZEITGESCHICHTLICHES: Flüchtlingskrise, Lügenpresse, Volksverräter, Willkommenskultur, postfaktisch, Hasskriminalität, Schmähgedicht, Fake News, Drohnenangriff, Kopftuchstreit, Brexit, Jobaussicht, queer (einer anderen als der heterosexuellen Geschlechtsidentität zugehörig), Flexitarier, Wutbürgerin (männliche Fassung war bereits enthalten)

TECHNOLOGISCHES: Selfie, Selfiestick, Tablet, Social Bot (Computerprogramm, das wie ein Mitglied eines Sozialen Netzwerks agiert), pixelig, Datenbrille, Emoji (Piktogramm, das auf Gefühlslagen, Gegenstände oder Lebewesen verweist), Filterblase, liken, Cyberkrieg, facebooken, entfreunden

MODISCHES: Undercut, Work-Life-Balance, Low Carb, Hoodie, Urban Gardening, Roadtrip, Hygge (Gemütlichkeit, Heimeligkeit als Lebensprinzip), Jumpsuit

UMGANGSSPRACHLICHES: verpeilen, rumeiern, abgezockt, futschikato, Tüddelkram (Unwichtiges), runterwürgen, Honk (Dummkopf, Idiot), Ramschniveau (geringe Vertrauenswürdigkeit, etwa eines Wertpapiers)

mg/afp/dpa

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