Samstag, 25. Juni 2016

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DIW-Chef Fratzscher Anschläge von Brüssel treffen deutsche Wirtschaft wenig

Marcel Fratzscher: "Wir haben viele andere Entwicklungen im Moment, die positiv sind"

Die Anschläge von Brüssel werden nach Auffassung des Chefs des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Marcel Fratzscher der deutschen und europäischen Wirtschaft vermutlich keinen maßgeblichen Schaden zufügen. Voraussetzung sei allerdings, dass es nicht zu weiteren Terrorakten komme, sagte Fratzscher der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Solange nicht die Befürchtung bestehe, dass sich solches nun permanent wiederhole, sollten die wirtschaftlichen Auswirkungen erst einmal gering bleiben.

Der Wissenschaftler verwies auf die Entwicklung der Aktienmärkte am Dienstag, "die doch eigentlich relativ ruhig waren." Im Übrigen hätten auch die Anschläge von Paris im vergangenen November keine signifikanten wirtschaftlichen Auswirkungen auf Deutschland und Europa gebracht. Daher sei er optimistisch, dass die Wirtschaft auch dieses Mal keine bleibenden Beeinträchtigungen erleben wird.

"Die wichtigste Sorge ist: sind die Menschen verunsichert", erklärte Fratzscher. Er glaube, dass es in letzter Zeit gerade in Deutschland Nachrichten gegeben, die wohl sehr viel wichtiger für die Psychologie und das Empfinden der Konsumenten wie der Unternehmen seien als die Brüsseler Vorgänge.

"Wir haben viele andere Entwicklungen im Moment, die positiv sind", sagte er. Fratzscher verwies als Beispiele auf die anstehenden kräftigen Rentenerhöhungen in Deutschland und die Lohnentwicklung. Auch eine Investitionszurückhaltung sehe er nicht heraufziehen.

"Also, zumindest in Deutschland deuten die Anzeichen darauf hin, dass wir auch dieses Jahr ein sehr robustes Jahr wirtschaftlich erleben werden", sagte er. Und was die Weltwirtschaft angehe, so rechne das DIW im Gegensatz zu anderen Experten mit "einer weitere Verbesserung der weltwirtschaftlichen Lage".

Sein Institut rechne 2016 mit einem höheren globalen Wachstum als 2015 - nämlich um die 3,5 Prozent.

Anschläge in Brüssel: Die wichtigsten Nachrichten im Newsblog

von Gernot Heller, Reuters

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