Sonntag, 23. September 2018

ADAC fordert nach Test Hardware-Nachrüstung Dreckige Diesel lassen sich mit Erfolg alltagstauglich nachrüsten

Drohende Fahrverbote für Diesel lassen sich mit Hardware-Nachrüstungen vermeiden, ist der ADAC überzeugt

Dreckige Diesel lassen sich so nachrüsten, dass sie im regulären Fahrbetrieb bis zu 70 Prozent weniger Stickoxidausstoß ausstoßen. Davon ist der ADAC nach einem umfangreichen Test überzeugt. Der Verein kritisiert die Autobauer scharf und fordert eine schnelle Hardware-Nachrüstung.

Die Autobauer haben es lange bestritten und tun es immer noch - doch der Stickoxidausstoß von Dieselfahrzeugen in Deutschland lässt sich über eine technische Nachrüstung effektiv reduzieren: im Stadtverkehr um bis zu 70 Prozent. Die Belastung mit diesem gesundheitsschädlichen Reizgas in deutschen Großstädten könnte damit um ein Viertel und mehr sinken. Das ist das zentrale Ergebnis eines umfangreichen Tests mit gebrauchten Autos , den der ADAC Württemberg am Dienstag vorstellte.

"Der Test hat die Fake News der Industrie endgültig widerlegt: Hardware-Nachrüstung funktioniert", feuerte Dieter Roßkopf gleich eine volle Breitseite gegen die Autobauer ab. Ebenso wie Baden-Württembergs Umweltminister Winfried Hermann sieht der Vorstandsvorsitzender des ADAC Württemberg die Autobauer in der Pflicht, die Millionen betroffenen Dieselfahrzeuge nachzurüsten.

Die Hardware-Nachrüstung habe den doppelten Effekt wie eine Software-Nachrüstung, betonte Hermann. "Jetzt müssen die Hersteller endlich ran, sie tragen die Verantwortung für die Schlechtleistung bei Euro 5-Fahrzeugen und für die schlechte Luft in den Städten". Rund 5,9 Millionen Diesel mit diesem älteren Umweltstandard fahren laut Kraftfahrtbundesamt auf Deutschlands Straßen.

Für den Test wurden ein Mercedes B-Klasse, ein Opel Astra, ein VW Multivan und ein Fiat Ducato nachgerüstet. Selbst unter ungünstigen Bedingungen - also bei Außentemperaturen unter 5 Grad und Kurzstrecke nach Kaltstart - hätte sich der Stickoxidausstoß der Dieselwagen mit der Abgasnorm Euro 5 im realen Stadtverkehr immerhin noch um 50 Prozent reduzieren lassen, erklärte ADAC-Test- und Technik-Leiter Reinhard Kolke im Gespräch mit manager-magazin.de.

Auf Autobahnen und bei optimaler Betriebstemperatur hätten die mit einer Selective Catalytic Reduction (SCR)-Technologie ausgestatteten Anlagen sogar 90 Prozent des Stickoxids zurückgehalten, sagte Kolke.

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