Sonntag, 19. November 2017

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Deutschland und Frankreich Jetzt wird es richtig teuer

Macron, Merkel: Der größte Sch(r)eck kommt noch

5. Teil: Deutschland - Zahlmeister und Sündenbock zugleich

Vielleicht geht es den Autoren - und der französischen Führung - nur darum, ein Angstszenario aufzubauen, um eine stillschweigende Zustimmung der deutschen Regierung zum Alternativvorschlag des Think Tanks zu bekommen: zur Monetarisierung der Schulden über die Bilanz der EZB. Die EZB würde also die faulen Schulden aufkaufen und dauerhaft auf der Bilanz halten oder gar zu einem zukünftigen Zeitpunkt annullieren. Die Folgen sind offen und unter Volkswirten heftig umstritten. Während die einen es für gefahrlos halten, fürchten die anderen eine Hyperinflation.

Klar ist nur eines: Sollen die Schulden aus der Welt geschaffen werden, sinken zwingend auch die Vermögen - entweder direkt über Zahlungsausfälle oder Besteuerung oder indirekt über die dann massive Entwertung des Geldes.

Deutschland Zahlmeister und Sündenbock zugleich

Die Rolle, die Deutschland in dem Spiel zugedacht wird, ist nicht erfreulich: Zahlmeister und Sündenbock zugleich. Zahlmeister, weil wir - die angeblich so reichen, in Wahrheit jedoch ärmsten in der Eurozone - die angeblich so reichen, in Wahrheit jedoch ärmsten in der Eurozone - über Transfers, Schuldenvergemeinschaftung und Sondersteuern die reicheren Länder stützen sollen. Sündenbock, weil jede künftige Krise in der Eurozone unserer mangelnden Solidarität angelastet wird.

Die sich abzeichnende künftige Regierung in Deutschland macht wenig Hoffnung auf ein besseres Ergebnis. Mit dem Ziel, kurzfristige Schmerzen zu verhindern und vordergründig Erfolge zu erzielen, wurden in den letzten Jahren kostspielige Fehlentscheidungen getroffen. Diese Tendenz dürfte sich in den kommenden Jahren fortsetzen, dient es doch dem Machterhalt.

Daniel Stelter ist Mitglied der MeinungsMacher von manager-magazin.de. Trotzdem gibt diese Kolumne nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion des manager magazins wieder.

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