Mittwoch, 19. Dezember 2018

Gesundheitsausgaben steigen drastisch Deutschland gibt täglich mehr als 1 Milliarde für Gesundheit aus

Besuch beim Hausarzt: Die Gesundheitsausgaben in Deutschland lagen 2017 bei rund 374 Milliarden Euro

Die Gesundheitsausgaben in Deutschland haben im vergangenen Jahr erstmals die Marke von einer Milliarde Euro pro Tag überschritten. Dafür sehen die Statistiker vor allem einen Grund.

Die Gesundheitsausgaben in Deutschland sind im vergangenen Jahr gegenüber 2016 um 4,9 Prozent auf 374,2 Milliarden Euro gestiegen - das sind mehr als eine Milliarde Euro am Tag, berichtet das Statistische Bundesamt am Donnerstag auf der Basis einer eigenen Prognose.

Zu den Gesundheitsausgaben zählen nach dieser Rechnung sämtliche Ausgaben für Güter und Dienstleistungen, die Staat, Privathaushalte und Unternehmen für Prävention, Behandlung, Nachsorge, Investitionen in Einrichtungen, zur Deckung von Verwaltungskosten oder für Transferleistungen ausgeben.

Grundlage ist eine gemeinsame Definition, die von der Weltgesundheitsorganisation, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie der europäischen Statistikbehörde Eurostat erarbeitet wurde.

2016 hatten sich die Gesundheitsausgaben nach dieser Ausgabenberechnung noch auf etwa 356,5 Milliarden Euro belaufen, was einem Anteil von 11,3 Prozent am gesamten Bruttoinlandsprodukt entsprach. Damals hatte es im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um 3,8 Prozent gegeben.

Erhöhte Pflegeausgaben offenbar

Dass die Steigerung von 2016 auf 2017 so hoch ausfiel, lag laut Statistischem Bundesamt daran, dass im vorigen Jahr das dritte Pflegestärkungsgesetz in Kraft trat. Es erhöhte die finanziellen Leistungen für Pflegebedürftige und führte neue Ansprüche für Menschen mit Demenz ein.

Finanziert wurden die Gesundheitsausgaben 2016 vor allem über die Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitnehmer mit 112,4 Milliarden Euro, die Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitgeber mit 81,6 Milliarden Euro sowie staatliche Transfers in Höhe von 51,8 Milliarden Euro.

Dem Bundesamt zufolge werden Ausgaben für Forschung und Ausbildung sowie bestimmte staatliche Transferleistungen etwa zum Ausgleich krankheitsbedingter Folgen im Beruf nicht von der Definition erfasst. Daher wichen die Zahlen von Ausgabenrechnungen einzelner Sozialversicherungsträger ab. Das gelte insbesondere für gesetzliche Krankenkassen.

Rei/afp/dpa

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