Donnerstag, 27. Juli 2017

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Ökonomischer 10-Punkte-Plan zu Flüchtlingsstrom Eine ehrliche Rechnung zu den Flüchtlingen

Ankunft in Deutschland: Eine Familie aus Syrien begibt sich am Bahnhof in Rosenheim auf den Weg zur Registrierungsstelle

Das Thema Migration und Flüchtlinge ist ein heißes Eisen. Groß ist die Gefahr, für die dunklere Seite Deutschlands gehalten zu werden. Trotzdem muss das Eisen angefasst werden! Die Flüchtlingsdebatte trieft vor Scheinheiligkeiten. Um es klar zu sagen: Wir haben es mit humanistischen und mit ökonomischen Fragen zu tun. Auf der einen Seite fliehen Menschen aus Syrien, dem Irak oder anderen Ländern, weil ihr Leben bedroht ist. Auf der anderen Seite versuchen Menschen aus vielen Ländern - darunter den Balkanstaaten - der Perspektivlosigkeit und Armut zu entgehen. Krieg und Vertreibung erfordern aber eine andere Form der Solidarität als Armut. Es wird Zeit, dass wir nicht nur die Unterschiede erkennen, sondern endlich auch angemessen handeln.

Wir brauchen eine ehrliche Diskussion zum Thema Migration, gerade auch aus Sicht der Wirtschaft. Letzte Woche hat eine Kollegin auf diesen Seiten emotional für einen menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen geworben und dabei den wirtschaftlichen Nutzen, den Flüchtlinge für eine vergreisende Gesellschaft bedeuten könnten, betont.

Daniel Stelter
Generell ist die deutsche Wirtschaft sehr offen für Zuwanderung, denn nur dadurch können wir hoffen, die absehbare ökonomische Katastrophe als Folge einer drastisch schrumpfenden Erwerbsbevölkerung zu begrenzen. Zum einen kann die Wirtschaft so neue Arbeitskräfte gewinnen und zum anderen kommen neue Beitragszahler in die Renten- und Sozialsysteme, die die erheblichen Kosten einer alternden Gesellschaft wenigstens etwas verkraftbarer machen könnten. Immerhin wurden die ungedeckten Verbindlichkeiten des Staates für Renten- und Gesundheitsversorgung schon vor den großzügigen Geschenken der derzeitigen Bundesregierung auf rund 400 Prozent des BIP geschätzt.

Damit ist aber auch klar, welche Art der Zuwanderung wir brauchen: Menschen, die auf Jahre hinaus einen produktiven Beitrag zu unserer Industriegesellschaft leisten. Idealerweise also jung, leistungsbereit, gut gebildet oder bildungsfähig und integrationswillig.

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