Freitag, 24. November 2017

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Bitcoin-Kurs steigt nach Absturz wieder über 7000 Dollar Bitcoin-Cash-Abspaltung sorgt für wilde Schwankungen bei Bitcoin

Bitcoin: Binnen 5 Tagen fiel die Kryptowährung von rund 7900 bis auf 5500 Dollar - und legte anschließend wieder rasant zu

Die Kursschwankungen der Digitalwährung Bitcoin Börsen-Chart zeigen sind weiterhin enorm, wie der Kursverlauf der Kryptowährung der vergangenen Tage zeigt: Am Mittwochabend (8. November) stieg der Bitcoin-Kurs kurzzeitig auf ein Rekordhoch von fast 7900 US-Dollar, um am Donnerstag um rund 800 Dollar oder gut 10 Prozent wieder abzusacken. Am Freitag setzte sich der Abwärtstrend fort, die Digitalwährung fiel bis Freitagabend um weitere 8 Prozent bis auf 6600 US-Dollar. Ein Verlust von mehr als 1200 US-Dollar binnen 48 Stunden - Kursbewegungen in solchem Ausmaß sind bei traditionellen Währungen höchst ungewöhnlich.

Doch damit nicht genug - am Samstag und Sonntag setzte sich der Kurssturz unvermindert fort. Der Bitcoin-Kurs fiel am Sonntag (12.11.) zeitweise bis auf 5560 Dollar - es war mit einem Verlust von rund 30 Prozent binnen 5 Tagen der größte wöchentliche Kurssturz des Bitcoin seit Juli.

Bitcoin fällt um 30 Prozent - und legt dann wieder rasant zu

Am Montag setzte der Bitcoin dann jedoch wieder zur Erholung an und stieg um rund 18 Prozent auf 6700 Dollar. Viele Investoren nutzen den jüngsten Kursrutsch offenbar zum Wiedereinstieg in der Hoffnung, der Bitcoin-Kurs werde die alten Höhen aus der Vorwoche wieder erreichen.

Am Mittwoch (15. November) setzte sich die Erholung mit einem erneuten zweistelligen Kursplus fort - die Cyberwährung kletterte nach ihrem Sturz am Mittwoch wieder über die Marke von 7000 US-Dollar. 30 Prozent Kursverlust und 30 Prozent Gewinn binnen 8 Tagen - Bitcoin-Investoren brauchen in der Tat starke Nerven.

Bitcoin-Gemeinde ist gespalten - Bitcoin-Abspaltung "Bitcoin Cash" profitiert

Parallel zum Kursverfall des Bitcoin/Dollar Börsen-Chart zeigen legte die Bitcoin-Variante "Bitcoin Cash" deutlich zu - sie verdoppelte ihren Wert binnen weniger Tage. Möglicherweise machen viele Anleger beim Bitcoin jetzt Kasse und satteln auf die Variante "Bitcoin Cash" um.

Auslöser des Kursrutsches des Bitcoin waren Meldungen, wonach eine umstrittene technische Neuerung innerhalb der Blockchain namens "Segwit2x" verschoben wird. Mit "Segwit2x" hätte die Block-Größe innerhalb der Blockchain von einem auf zwei Megabyte verdoppelt werden sollen, um angesichts der großen Nachfrage den Durchsatz an Transaktionen zu beschleunigen. Diese Maßnahme wird auf unbestimmte Zeit ausgesetzt.

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Ziel der Aktion, die in der Bitcoin-Gemeinde sowohl viele Befürworter wie Gegner hat, ist eine Erhöhung der Transaktionsgeschwindigkeit und eine Reduzierung der Transaktionskosten. Von der Verschiebung dieser Umstellung profitiert nun offenbar die neue Bitcoin-Variante "Bitcoin Cash", bei der das Blocklimit bei 8 Megabyte liegt. Der größere Block soll die Abwicklung komplexerer Transaktionen vereinfachen und die Geschwindigkeit erhöhen - jedoch ist der "kleine Bruder des Bitcoin", Bitcoin Cash, in der Bitcoin-Gemeinde stark umstritten.

Die bekannteste Digitalwährung Bitcoin Börsen-Chart zeigen hat in diesem Jahr massiv zugelegt. Anfang 2017 hatte ein Bitcoin weniger als 1000 Dollar gekostet. Auf Bitstamp, einer der größten Handelsplätze, wurde am Mittwochabend dann ein Rekordhoch von 7888 Dollar erreicht.

Kryptowährungen, von denen es mittlerweile mehr als 1000 geben soll, werden anders als herkömmliche Währungen nicht von Zentralbanken und Regierungen kontrolliert. Befürworter schätzen die Freiheit und Anonymität von Digitalwährungen, Kritiker warnen vor Missbrauch etwa zur Finanzierung krimineller Handlungen. Wegen der hohen Kursschwankungen sehen Skeptiker Bitcoin und Konsorten nicht als Währung an, sondern sprechen von einem Spekulationsobjekt.

Finanzaufsicht Bafin warnt Verbraucher vor ICOs

Die Finanzaufsicht BaFin warnt offiziell vor dem Erwerb von Kryptowährungen im Rahmen so genannter Initial Coin Offerings (ICO). Solche Platzierungen würden für den Verbraucher erhebliche Risiken mit sich bringen, mahnte die Behörde am Donnerstag. "ICOs sind höchst spekulative Investments. Anleger sollten sich darauf einstellen, dass auch ein Totalverlust ihrer Investition möglich ist." Nicht selten seien Betrüger am Werk.

Fast täglich entstehen neue Internetwährungen. Laut der Branchenwebiste Coinmarketcap.com gibt es mittlerweile rund 1270 Währungen mit einem Gesamtvolumen von mehr als 200 Milliarden Dollar.

Kommentar: Viereinhalb Indizien für eine anschwellende Krypto-Blase

Anleger müssten sich der Risiken bewusst sein, und genau hinschauen, betonte die Bafin. "Die systembedingte Anfälligkeit von ICOs für Betrug, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung erhöht das Risiko, dass Anleger das eingesetzte Kapital verlieren, auch aufgrund notwendiger Maßnahmen der Behörden gegen Betreiber oder sonstige Personen und Unternehmen, die in solche illegale Geschäfte einbezogen sind."

Die Methode zur Kapitalbeschaffung hat schon länger die Aufseher auf den Plan gerufen, China und Südkorea haben ICOs mittlerweile verboten. Obwohl der Name an ein Intial Public Offering (IPO), also einen regulären Börsengang erinnert, hat ein ICO damit nichts zu tun. Dennoch können ICOs für junge Unternehmen attraktiv sein, weil sie sich so ohne den Aufwand eines streng regulierten Börsengangs Kapital besorgen können.

Für Kryptowährungen, die bei einem ICO quasi aus dem Nichts geschaffen werden, steht keine Regierung oder Zentralbank ein. Geschaffen wird das Geld von Nutzern, deren Computer dafür komplexe Algorithmen berechnen. Da Beträge schnell und anonym transferiert werden können, ist das Geld auch für Spekulanten interessant, die illegale Geschäften betreiben oder Kontrollen umgehen wollen.


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Falls Sie beim trotz der extrem starken Schwankungen beim Bitcoin-Kurs noch in den Hype einsteigen wollen - hier ein Überblick über die wichtigsten Wege, auf denen Jedermann in Bitcoins investieren kann:

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